Protest gegen Entlassungen
VW-Beschäftigte in Brasilien planen Streik

Rund 16 000 Beschäftigte des Volkswagen-Konzerns in einem Werk in Brasilien wollen nach Gewerkschaftsangaben ab kommendem Montag streiken und damit gegen die Entlassung von 3 000 Arbeitern protestieren.

rtr SAO PAULO. "Der Streik wird stattfinden. Auf welche Weise, fragen sie mich nicht", sagte der Präsident der ABC Metalworkers Union, Luiz Marinho, vor Journalisten am Donnerstag. "Ich erwarte einen langen Kampf." Zuvor hatte das Unternehmen mitgeteilt, es habe in dem Werk in Anchieta 3000 von insgesamt 16 000 Beschäftigten entlassen. Vorausgegangen seien wochenlange Verhandlungen mit der Gewerkschaft, in denen der Automobilhersteller versucht habe, wegen sinkender Nachfrage in dem Werk in Anchieta die Vier-Tage-Woche nach deutschem Modell einzuführen.

"Wenn uns das gelungen wäre, wären die Entlassungen nicht nötig", sagte Konzernsprecher Kurt Rippholz in Wolfsburg. Die Gespräche mit der Gewerkschaft waren am Dienstag abgebrochen worden. VW teilte weiter mit, im Werk Taubate nördlich von Sao Paulo werde weiter verhandelt, um die Streichung von weiteren 1 000 Stellen zu verhindern.

Strukturelle Probleme

In einem Brief an die Arbeiter erklärte der Chef der Tochtergesellschaft VW do Brasil, Herbert Demel, das Unternehmen müsse sich in einem schwierigen Markt behaupten und zugleich strukturelle Probleme lösen. "Zur Rettung der überzähligen Arbeitsplätze wollte Volkswagen do Brasil die Vier-Tage-Woche mit entsprechender Lohnanpassung einführen", teilte Rippholz mit. Diesen Vorschlag habe die Gewerkschaft abgelehnt. Anfang der 90er Jahre hatten sich Management und Betriebsrat von VW in Deutschland in ähnlicher Situation auf eine Vier-Tage-Woche geeinigt, um 30 000 Arbeitsplätze zu erhalten. Der Personalüberhang in Brasilien ist nach VW-Angaben eine Folge der zurückgegangenen Nachfrage und des Einsatzes moderner Fertigungstechnologien für den neuen Polo.

Im Werk Anchieta werden die brasilianischen Volkswagen-Modelle Gol, Quantum, Kombi sowie der neue Polo gefertigt. Volkswagen beschäftigt in Brasilien insgesamt 26 800 Mitarbeiter und ist eigenen Angaben zufolge auf dem größten Markt Südamerikas mit einem Anteil von fast 30 % führend auf dem Pkw-Sektor.

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