Protest von "Reporter ohne Grenzen"
Das größte Gefängnis für Journalisten heißt Iran

Reuters PARIS. Iran ist nach Ansicht der internationalen Organisation "Reporter ohne Grenzen" (RsF) zu dem weltweit größten Gefängnis für Journalisten geworden. Dazu habe das iranische Staatsoberhaupt, Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei, sein Land gemacht, sagte RsF-Generalsekretär Robert Menard am Montag in Paris. Nach Angaben der Organisation, die weltweit die Pressefreiheit überwacht, sitzen derzeit 14 iranische Journalisten im Gefängnis. Weitere 16 müssten mit einer Anklage und Verurteilung rechnen. Auf seiner Website veröffentlichte RsF eine Namensliste der inhaftierten Journalisten.

Außerdem forderte RsF in einer Petition die Freilassung der Journalisten und die Aufhebung des derzeitigen Presserechts. Erst am Sonntag hatte das konservative Pressegericht in der iranischen Hauptstadt Teheran den Satiriker Ebrahim Nabawi und den Kolumnist Mohammad Quchani wegen des Vorwurfs der Verleumdung in Untersuchungshaft genommen.

Seit April wurden rund 25 reform-orientierte Zeitungen und Zeitschriften verboten und Journalisten sowie Herausgeber inhaftiert, weil sie angeblich gegen die islamischen Werte verstoßen und die nationale Sicherheit gefährdet haben. Im April hatte Chamenei der unabhängigen Presse vorgeworfen, sie sei ein "Hort des Feindes". Chamenei selbst hatte Anfang August eine Parlamentsdebatte über ein liberaleres Pressegesetz absetzen lassen.

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