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Protestaktionen von zehntausenden Daimlerchrysler-BeschäftigtenDPA-Datum: 2004-07-15 07:42:28

(dpa-AFX) Stuttgart - Zu Protesten gegen die Sparpläne des Autobauers Daimlerchrysler AG < DCX.ETR > werden heute (Donnerstag) in den deutschen Mercedes- Werken bis zu 80 000 Beschäftigte erwartet. Mit einem Fackelzug von rund 600 Mitarbeitern des Werkes in Düsseldorf hatten die Aktionen laut Betriebsrat und IG Metall in der Nacht begonnen. Die Arbeiter der Nachtschicht trafen sich gegen Mitternacht zu einer Kundgebung vor dem Werk. Danach zogen sie um das Firmengelände. Die Produktion in Düsseldorf, wo Kleintransporter gebaut werden, sollte die Nacht über still stehen.

(dpa-AFX) Stuttgart - Zu Protesten gegen die Sparpläne des Autobauers Daimlerchrysler AG < DCX.ETR > werden heute (Donnerstag) in den deutschen Mercedes- Werken bis zu 80 000 Beschäftigte erwartet. Mit einem Fackelzug von rund 600 Mitarbeitern des Werkes in Düsseldorf hatten die Aktionen laut Betriebsrat und IG Metall in der Nacht begonnen. Die Arbeiter der Nachtschicht trafen sich gegen Mitternacht zu einer Kundgebung vor dem Werk. Danach zogen sie um das Firmengelände. Die Produktion in Düsseldorf, wo Kleintransporter gebaut werden, sollte die Nacht über still stehen.

Nach Angaben des Gesamtbetriebsrats und der Gewerkschaft IG Metall soll sich während der Frühschicht etwa jeder zweite der 160 000 Mitarbeiter der Mercedes Car Group an den Protesten beteiligen. Etwa ein bis zwei Stunden sollen die Produktionsbänder für Pkw und Nutzfahrzeuge stillstehen. Im größten Mercedes-Werk in Sindelfingen bei Stuttgart legen etwa 15 000 Arbeiter die Arbeit vorübergehend nieder. Dort spricht Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm. Aktionen gibt es auch an den Standorten Stuttgart-Untertürkheim, Gaggenau, Rastatt, Mannheim (alle Baden-Württemberg), Wörth (Rheinland-Pfalz), Hamburg, Düsseldorf, Berlin und Bremen.

Abbau VON 6000 Arbeitsplätzen Angedroht

Mercedes-Chef Jürgen Hubbert hatte mit dem Abbau von 6000 Arbeitsplätzen in Sindelfingen gedroht, wenn bei der künftigen Produktion der neuen C-Klasse nicht 500 Millionen Euro eingespart würden. Dann könnte die Produktion von Sindelfingen hauptsächlich nach Bremen und teilweise nach Südafrika verlagert werden, wo die Arbeitskosten deutlich niedriger seien.

Unterdessen kritisierten führende SPD-Politiker das Vorgehen von Daimlerchrysler scharf. Die Unternehmensführung habe damit "ein Klima der Angst befördert", sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende und Bundestagspräsident Wolfgang Thierse dem "Tagesspiegel" vom Donnerstag. Es sei "abstoßend, die Arbeitnehmer mit Ultimaten zu traktieren, die sich die Vorstände selbst nie gefallen lassen würden." Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Ute Vogt sprach von "Erpressungen und Drohungen".

Rückkehr ZUR 40-Stunden-Woche

Der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber sprach sich unterdessen für eine generelle Rückkehr zur 40-Stunden-Woche aus. "Ich halte die Richtgröße von 40 Stunden bei gleichem Lohn für den richtigen Weg", sagte Stoiber der Münchner "Abendzeitung" (Donnerstagausgabe). Auch noch längere Arbeitszeiten sollten möglich sein: "Warum soll eine Belegschaft nicht einmal auch über drei Monate mehr als 40 Stunden ohne Zuschläge arbeiten, wenn dadurch ein wichtiger Auftrag an Land gezogen werden kann?"

Der bayerische Bezirksleiter der IG Metall, Werner Neugebauer, sagte, der Gewerkschaft lägen 45 Anträge von Arbeitgebern in Bayern vor, die die Arbeitszeit verlängern oder die Löhne kürzen wollen. "Bei 85 Prozent dieser Betriebe gibt es keinerlei wirtschaftliche Notwendigkeit dazu. Die wollen bloß mehr Cash", sagte Neugebauer. dpa tb/so/mf yysw gp

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