Protestantischer Bandenkrieg geht weiter
21-Jähriger bei Schießerei in Belfast getötet

In Nordirland tobt auf protestantischer Seite ein blutiger Bandenkrieg, bei dem es um die Führungsrolle im organisierten Verbrechen geht.

Reuters/dpa BELFAST Der Bandenkrieg zwischen protestantischen paramilitärischen Gruppen ist in der Nacht zum Donnerstag mit der Ermordung eines Mannes in der nordirischen Hauptstadt Belfast fortgesetzt worden. Nach Angaben der Polizei wurde ein 21 Jahre alter Mann erschossen, dessen Familie starke Bindungen zur protestantischen Terrorgruppe Ulster Volunteer Force (UVF) hat. Es werde angenommen, dass die Täter Mitglieder einer rivalisierenden protestantischen Gruppe, der Ulster Freedom Fighters (UFF), seien. Nach den Krawallen in der Nacht haben die Armee und die Polizei ihre Patrouillen in Belfast am Donnerstag verstärkt. Am frühen Morgen wurden sechs Menschen festgenommen und Waffen und Munition sichergestellt.

Die Polizei hatte eine solche Vergeltungs-Bluttat erwartet, weil Mitglieder der UVF am Montag zwei Männer erschossen hatten, darunter ein führendes Mitglied der UFF. Nach Unruhen im Anschluss an dieses Verbrechen hatte die nordirische Polizei den prominenten Chef der Ulster Freedom Fighter (UFF), Johnny Adair, eingesperrt. Der britische Nordirland-Minister Peter Mandelson hatte mit der Verhaftung Adairs erstmals von einer gesetzlichen Regelung Gebrauch gemacht, wonach er Terroristen wie Adair, die im Rahmen des Friedensprozesses für Nordirland im vergangenen Jahr freigelassen wurden, wieder in Haft nehmen lassen kann, falls sie erneut Gewalttaten organisieren oder verüben.

In Nordirland und ganz besonders in der Metropole Belfast tobt ein blutiger Machtkampf, bei dem es im Gegensatz zu früher nicht um den Konflikt zwischen pro-britischen Protestanten und republikanischen Katholiken geht. Die nordirische Polizei spricht von einem Bandenkrieg, bei dem innerhalb der protestantischen Seite um die Führungsrolle im organisierten Verbrechen gekämpft werde. UFF und UVF finanzieren ihre Tätigkeit und den im Untergrund lebenden harten Kern von Anhängern vor allem durch Schutzgelderpressung und Drogenhandel.

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