Protestbewegung fordert Rücknahme der Preiserhöhungen
Regierung in Ecuador droht protestierenden Indios

Die Regierung in Ecuador hat der indianischen Protestbewegung mit dem Einsatz von Gewalt gedroht. Innenminister Juan Manrique und Verteidigungsminister Hugo Unda wiesen die Anführer der Bewegung am Samstag in Rundfunkansprachen auf die weitgehenden Befugnisse unter dem am Freitag verhängten Notstand hin. Am Freitag hatte Präsident Gustavo Noboa nach mehrtägigen Indioprotesten den Notstand verhängt. Wenige Stunden zuvor waren Verhandlungen mit den Indioführern gescheitert.

ap QUITO. Bereitschaftspolizisten umstellten die Polytechnische Universität des katholischen Salesianerordens in der Hauptstadt Quito, wo sich rund 4 000 Indios versammelt haben. In dem Gebäude befinden sich 50 Menschen im Hungerstreik, um die Regierung zur Rücknahme ihrer Preiserhöhungen vom Januar zu zwingen. Die Verdoppelung des Gaspreises sowie eine 75-prozentige Anhebung der Bustarife und Benzinpreiserhöhungen um 25 % sind Teil eines Sparpakets der Regierung, mit dem Auflagen des Internationalen Währungsfonds (IWF) für eine auf drei Jahre angelegte Finanzhilfe von zwei Mrd. Dollar erfüllt werden sollen.

Verteidigungsminister Unda erklärte, die Polizei werde massiv gegen jede Demonstration und jede öffentliche Versammlung vorgehen. Außerdem werde sie die Besetzer von öffentlichen Gebäuden vertreiben, sagte Unda mit Blick auf die Salesianer-Universität.

Unter dem verfügten Notstand sind unangemeldete Demonstrationen verboten. Polizei und Armee dürfen Privatwohnungen ohne richterliche Anordnung durchsuchen und die Reisefreiheit der Bürger einschränken. Die einflussreiche Interessenvertretung der Indios, die Confederacion de Nacionalidades Indigenas del Ecuador (CONAIE) war Anfang vergangenen Jahres maßgeblich am Sturz von Noboas Vorgänger Jamil Mahuad beteiligt. Damals erfassten die Proteste gegen die zunehmende Verarmung das öffentliche Leben weiter Teile des südamerikanischen Landes.



Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%