Proteste der Gewerkschaften erwartet
American Airlines übernimmt Traditionsfluglinie TWA

Nun sind die Konkursrichter und Kartellwächter an der Reihe: Die Fluggesellschaft TWA hat Gläubigerschutz beantragt. Zugleich hat American Airlines erklärt, dass sie die Konkursmasse von TWA und Teile von US Airways übernehmen will. Damit scheint sich die Konsolidierung der Branche weiter zu beschleunigen.

nks NEW YORK. Die AMR Corp., die Muttergesellschaft der zweitgrößten US-Fluggesellschaft American Airlines, übernimmt für insgesamt 1,7 Mrd. $ in bar die angeschlagene Fluggesellschaft Trans World Airlines Inc. (TWA) und einen Teil der US Airways Group. TWA, St. Louis/Missouri, hat zudem Gläubigerschutz unter Chapter 11 des amerikanischen Konkursrechts beantragt. Allein für TWA wird American 500 Mill. $ zahlen. Zudem übernimmt das in Fort Worth/Texas beheimatete Unternehmen Leasingverträge in Höhe von 3 Mrd. $.

Für die Teile von US Airways wird American 1,2 Mrd. $ zahlen und Leasing-Verträge in Höhe von 300 Mill. $ übernehmen. US Airways Inc., Arlington, wird gerade von der UAL Corp., Chicago, übernommen, der Muttergesellschaft der größten US-Airline United Airlines. UAL wollte Teile von US Air abstoßen, um den Kartellbehörden entgegenzukommen, die die Übernahme noch absegnen müssen.

Durch diese Transaktionen zieht American in den USA fast gleichauf mit Marktführer United. TWA, die bisherige Nummer acht der Branche, und die sechstgrößte Fluglinie US Air werden verschwinden. Die Übernahmen müssen aber noch von den Kartellbehörden und vom Konkursgericht erlaubt werden.

"Die Transaktionen erweitern die Reichweite und die Effizienz des Netzes von American auf dramatische Weise", begründete der Vorstandschef von American Airlines, Donald Carty, die Initiativen.

Durch die Übernahme von TWA wird American eine zusätzliche Flotte von 190 Flugzeugen und 173 Landerechte erhalten. American erwirbt zudem eine wichtige Drehscheibe in St. Louis im Mittleren Westen. Dort kontrolliert TWA etwa 76 % des Passagierverkehrs. Am New Yorker John F. Kennedy Airport ist TWA mit 17,5 % des Verkehrsaufkommens die Nummer drei nach American und Delta. TWA besitzt zudem eine Reihe ungenutzter Rechte auf europäischen Routen wie etwa nach Mailand, Rom oder Barcelona. American erhält auch Wartungsbetriebe in New York, Los Angeles, St. Louis und Kansas City.

TWA, die seit 1988 keinen Jahresgewinn mehr ausgewiesen haben, standen seit einiger Zeit zum Verkauf ohne einen Interessenten zu finden. American glaubt aber, dass die Kombination mit den Teilen von US Airways erfolgversprechend ist. Von US Airways wird American 36 neue Landerechte bei wichtigen Zielen wie New York, Boston und Washington, D.C. erwerben. Zudem erhält American 66 neue und 20 geleaste Flugzeuge.

Weitere Hindernisse

Noch ist die Transaktion aber nicht unter Dach und Fach. Es bestehen weiter Hindernisse. So wird das Konkursgericht einen formalen Auktionsprozess abhalten. Ein höheres Angebot für TWA ist daher möglich, auch wenn es nicht als wahrscheinlich gilt. Der Kauf muss vor Gericht auch Protesten von Gläubigern widerstehen. Die könnten argumentieren, dass sie mehr Rendite erzielen würden, wenn TWA zerschlagen würde. Das Wall Street Journal hält es für möglich, dass der Finanzier Carl Icahn diese Proteste anführen wird. Es wird vermutet, dass Icahn ein größerer Gläubiger von TWA ist. Icahn hatte TWA in der Vergangenheit besessen. American wird allerdings argumentieren, dass die Akquisition Arbeitsplätze rettet und TWA vor dem Bankrott bewahrt.

Die Transaktionen finden in einer Zeit gespannter Verhältnisse zwischen Angestellten und Management bei American statt. American verhandelt derzeit neue Tarifverträge mit Flugbegleitern und Bodenpersonal. Verhandlungen mit den Piloten stehen im Sommer an. Die Gewerkschaftsführer bei American wollten sich noch nicht äußern und Details abwarten.

Während bei American Proteste von Gewerkschaften nicht ausgeschlossen werden, wird bei TWA mit wenig Widerstand gerechnet. "Wenn es im besten Interesse der 16 000 Mitarbeiter ist, die wir vertreten, werden wir hart daran arbeiten, dass der Übergang reibungslos abläuft", sagte Robert Roach, ein Vertreter der Mechanikergewerkschaft. Ein Vertreter der TWA-Pilotengewerkschaft ging davon aus, dass der Deal für beide Seiten positiv sei. "Es gibt uns die Sicherheit bei einer größeren Airline zu arbeiten", sagte Robert Pastore, der Vorsitzende der TWA-Pilotenvertretung.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%