Proteste erfolglos
Hinrichtung eines psychisch Kranken in den USA

Im US-Bundesstaat Ohio ist in der Nacht zum Freitag ein Mann hingerichtet worden, der nach Angaben seiner Anwälte an einer schweren psychischen Krankheit litt. Der 48-jährige Jay Scott sei im Gefängnis von Lucasville mit einer Giftspritze getötet worden, teilten die Behörden mit.

Reuters OHIO. Zuvor hatte der Bundesgerichtshof der USA einen Antrag von Scotts Anwälten auf einen weiteren Aufschub der Hinrichtung abgelehnt. Damit war der Rechtsweg ausgeschöpft. Ursprünglich sollte die Todesstrafe an Scott bereits im April vollstreckt werden. Die Europäische Union (EU) und die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) hatten gegen die Hinrichtung protestiert.

Scott leide an Schizophrenie, argumentierten die Anwälte. Die Krankheit sei weder im Verfahren gegen ihn wegen eines Raubmordes im Jahr 1983 berücksichtigt noch sei er deswegen je medizinisch behandelt worden. Die EU-Ratspräsidentschaft Schweden hatte in einem Schreiben grundsätzlich gegen die Todesstrafe protestiert und dazu aufgefordert, im Fall Scotts die Mindeststandards der Menschenrechte einzuhalten. US-Präsident George Bush verteidigte die Todesstrafe bei seiner derzeitigen Europa-Reise als Ausdruck des demokratischen Willens des amerikanischen Volkes.

Die internationale Kritik an der Todesstrafe in den USA hatte sich anlässlich der Hinrichtung des Bombenattentäters von Oklahoma, Timothy McVeigh, vor wenigen Tagen neu entzündet. Die EU hat die Abschaffung der Todesstrafe zur Bedingung für die Aufnahme in die Gemeinschaft gemacht.

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