Proteste gegen die Fusionswelle
Demonstranten halten Deutschbanker von der Arbeit ab

Zahlreiche Mitarbeiter der Deutschen Bank haben am Freitagmorgen ihre Büros verspätet betreten. Mitglieder des Bündnisses gegen Bankenmacht versperrten mit einer Sitzblockade für eine Stunde die Haupteingänge des Banker-Hochhauses in Frankfurt am Main.

adn FRANKFURT/MAIN. Rund 100 Demonstranten beteiligten sich nach Veranstalterangaben an dem Protest "Gegen die Macht des großen Geldes". Mit Transparenten wie "Primat der Politik gegenüber der Wirtschaft" oder "Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon" machten sie ihre Forderungen nach einer stärkeren Kontrolle der internationalen Finanzströme und einer Umverteilung zu Gunsten der Schwächsten deutlich.

Die Fusionswelle sei von der Politik nicht mehr kontrollierbar, lautete ein Vorwurf. Die Armen würden immer ärmer und die Reichen immer reicher. "Das Wirtschaftssystem geht über Leichen", sagte Gregor Böckermann von der Initiative Ordensleute für den Frieden. Die noch arbeitenden Menschen müssten immer mehr leisten, gleichzeitig seien ihre Arbeitsplätze durch Fusionen, Firmenstilllegungen oder feindliche Übernahmen gefährdet. Der Mensch und nicht der Profit müsse im Mittelpunkt stehen. Dazu sei eine neue Geldordnung notwendig, die das Zinsnehmen in Frage stelle. Anna Veit vom Frankfurter Arbeitslosenzentrum forderte ein ausreichendes Existenzgeld und eine Umverteilung von Arbeitszeit und Entgelt. Deutschland sei ein "reiches Land", aber das Geld zentriere sich auf wenige.

Nach anfänglichen Versuchen der Polizei, die Demonstranten gegen ihren Willen von den Eingängen wegzuzerren, ließen sie die Gesetzeshüter nach Rücksprache mit Verantwortlichen der Bank dann doch gewähren. Die Banker bahnten sich unterdessen ihren Weg über den Wirtschaftshof des Bürogebäudes. Nach einer Stunde beendeten die Protestler ihre Aktion freiwillig.

Die Aktion fand im Rahmen des Festes der Menschlichkeit statt, zu dem das Bündnis gegen Bankenmacht aufgerufen hat. Nach einer Kundgebung "Globalisierung von unten" auf dem Universitätsplatz ist am frühen Nachmittag eine Demonstration durch die Frankfurter Innenstadt geplant. Am Opernplatz spricht im Anschluss unter anderem PDS-Bundesfraktionsvorsitzender Gregor Gysi. Dem Bündnis gehören neben der PDS-Fraktion weitere zwölf Partner aus politischen, kirchlichen, studentischen und unternehmerischen Organisationen an.

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