Proteste gegen EU
Hafenarbeiter legen Arbeit nieder

Aus Protest gegen mögliche Verschärfungen ihrer Arbeitsbedingungen durch neue EU-Richtlinien haben am Montag mehr als 1 000 Hafenarbeiter im Nordwesten Deutschlands die Arbeit nieder gelegt. In den Häfen Bremerhaven, Bremen, Emden, Brake und Nordenham ruhte die Arbeit für mehrere Stunden, sagte ein Gewerkschaftssprecher.

HB/dpa BREMERHAVEN/HAMBURG. Weitere Aktionen waren am Nachmittag in Hamburg und Lübeck geplant. Aus den ostdeutschen Häfen reisten Delegationen von Hafenarbeitern nach Hamburg und Bremerhaven, um die Proteste zu unterstützen.

Die Europäische Transportarbeiter Föderation hat europaweit zu Streiks und Demonstrationen in den Häfen aufgerufen. Die Proteste richten sich gegen die neue EU-Hafenrichtlinie ("Port Package"), mit der mehr Wettbewerb in den Häfen erreicht werden soll. Der Entwurf dieser Richtlinie wurde am Montag in zweiter Lesung im EU-Parlament in Straßburg beraten.

In Bremerhaven kritisierte Jan Kahmann vom ver.di-Bundesvorstand die Pläne als Gefahr für Beschäftigung und Sicherheit in den Häfen. Dagegen erklärte Olaf Mager von der Hamburger Hafen- und Lagerhaus AG (HHLA), sein Unternehmen sei von der Richtlinie nicht betroffen und der falsche Adressat für Forderungen. Falls es zu Verzögerungen beim Hafenumschlag kommen sollte, werde die HHLA eventuelle Schadenersatzforderungen der Reeder an ver.di weiterreichen. Außerdem werde den Hafenarbeitern die fehlende Arbeitszeit vom Lohn abgezogen.

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