Proteste in Europa gehen weiter
Spritpreise: Raffinerie-Blockaden in Norwegen aufgehoben

In mehreren europäischen Ländern und in Israel haben Lastwagenfahrer, Arbeiter und Unternehmer am Montag ihren Protest gegen hohe Kraftstoffpreise fortgesetzt.

dpa OSLO/PARIS/BARCELONA. Raffinerien, Fernstraßen und Häfen wurden blockiert. In Norwegen kam es deshalb zu einem Engpass bei der Spritversorgung. In Belgien streikten Tausende Arbeiter für billigeres Heizöl. Kundgebungen gab es auch in einigen französischen Städten.

Norwegische Lastwagenfahrer blockierten am Montag mehrere Stunden die Benzinversorgung für weite Teile des Landes. Nach einem Beschluss des Spediteurverbandes sperrten Lastwagen am frühen Morgen die Zufahrten zu Raffinerien in Oslo, Bergen, Stavanger, Frederikstad und Tönsberg. Die Aktion wurde am Nachmittag beendet, nachdem der größte norwegische Energiekonzern Statoil ein Eingreifen der Polizei verlangt hatte.

Die Fahrer begründeten ihren Protest mit den hohen Abgaben auf Diesel, das in Norwegen 10,40 Kronen (2,60 DM) je Liter kostet. Am Sonntag war es nach Ankündigung der Aktion zu Hamsterkäufen von Benzin gekommen, so dass zahlreiche Tankstellen schon vor Beginn der Blockade schließen mussten. Die sozialdemokratische Regierung hatte in der vergangenen Woche eine leichte Senkung der Abgaben auf Benzin zugesichert, dasselbe für Diesel aber abgelehnt. Norwegen ist nach Saudi-Arabien zweitgrößter Exporteur der Welt für Rohöl.

In Finnland blockierten Lkw-Fahrer am Montag die Zufahrt zu einer Ölraffinierie in Borga. Schwedische Fahrer setzten eine Teilblockade im Göteborger Hafen in Gang, bei der sie den Hafen für Lastwagen sperrten.

Spanische Fischer blockierten aus Protest gegen die hohen Benzinpreise mit ihren Kuttern den Hafen von Barcelona. Sie ließen nur gegen Mittag fünf Kreuzfahrt- und andere Passagierschiffe passieren. Auch in den Häfen von Tarragona, Rosas und Palamos im Nordosten Spaniens protestierten nach Angaben der Hafenbehörden Fischer mit ihren Kuttern gegen die Haltung der spanischen Regierung im Streit um die hohen Benzinpreise. Die Verbände der Lkw-Spediteure und Taxifahrer verhandelten mit der Regierung über mögliche Erleichterungen.

Im belgischen Industriestandort Lüttich versammelten sich nach Radioberichten etwa 6 000 Menschen zum Protest. Die Arbeiter der Metallbranche in der Region legten für 24 Stunden die Arbeit nieder. Die Gewerkschaften fordern eine Rückkehr zur 1993 abgeschafften Koppelung der Lohnentwicklung an die Preise von Heizöl und Benzin.

In Frankreich forderten Berufsgruppen wie Handwerker, Hotel- und Restaurantbesitzer auf Kundgebungen, die Mineralölsteuer zu senken und alle Berufsgruppen von der Kfz-Steuer zu befreien. Hunderte Fahrzeuge verschiedener mittelständischer Unternehmen blockierten die Zufahrtsstraßen zu den Städten Toulouse und Montpellier.

Israelische Lastwagenfahrer blockierten die Autobahn von Tel Aviv nach Jerusalem. Die Regierung hatte den Preis für Diesel am Samstag um 13 % und für Normalbenzin um 1,6 % angehoben. Der Preis für Diesel liegt in Israel bei 2,40 Schekeln, umgerechnet etwa 1,40 DM.

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