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Proteste setzen GM unter Druck - Werk Bochum steht still

Der wilde Streik der Bochumer Opel- Mitarbeiter gegen den geplanten drastischen Stellenabbau setzt den Mutterkonzern General Motors immer stärker unter Druck.

dpa-afx BOCHUM/RÜSSELSHEIM. Der wilde Streik der Bochumer Opel - Mitarbeiter gegen den geplanten drastischen Stellenabbau setzt den Mutterkonzern General Motors immer stärker unter Druck. Da die Lieferungen aus Bochum ausbleiben, würden im belgischen Werk Antwerpen für die Nachtschicht die Teile knapp, sagte ein Werkssprecher am Montag. In Kaiserslautern wollen am Dienstag, dem europaweiten Aktionstag bei General Motors (GM) , 2 500 Arbeiter zeitweise die Arbeit niederlegen. In Rüsselsheim begannen die Verhandlungen zwischen Management und Betriebsrat.

Die Arbeitnehmerseite will bei den Gesprächen am Opel-Hauptsitz in Rüsselsheim vor allem Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen verhindern. General Motors hatte vergangene Woche angekündigt, in Deutschland binnen zwei Jahren 10 000 Stellen streichen zu wollen, davon jeweils 4 000 in Bochum und Rüsselsheim. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) erklärte, er erwarte nun ein Signal des Vorstandes. Arbeitsniederlegung halte er allerdings für falsch, betonte Clement.

HVB-Chefvolkswirt Martin Hüfner bezeichnete die Arbeitsniederlegung als kontraproduktiv. Amerikanische Unternehmen hätten für solche Aktionen wenig Verständnis. "Es besteht die Gefahr, dass die Amerikaner sagen: Jetzt machen wir den Laden dicht." Der Betriebsrat wäre deshalb gut beraten, die Lage zu deeskalieren. Eine Eskalation könnte negative Folgen für die Konjunktur haben. Länger anhaltende Streiks oder eine Schließung des Werks durch General Motors könnten die Verbraucherstimmung belasten und damit das Wirtschaftswachstum in Deutschland drücken, sagte Hüfner der Nachrichtenagentur dpa-AFX.

In Bochum hatte die Belegschaft am Morgen einstimmig entschieden, dass die seit Donnerstag ruhende Fertigung nicht wieder aufgenommen wird. Nach Angaben von Opel in Rüsselsheim konnten bislang rund 1 500 Fahrzeuge wegen der Protestaktionen nicht hergestellt werden. Aus Bochum kommen Teile für fast alle anderen Opel-Werke in Europa.

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