Proteste von ehemaligen NS-Zwangsarbeitern
IG Farben-Hauptversammlung beginnt mit Tumulten

Mit Protesten und Tumulten hat am Montagmorgen die Hauptversammlung der IG Farben in Frankfurt am Main begonnen. Vor der Tagungshalle im Stadtteil Bergen versammelten sich etwa 100 Demonstranten, darunter auch eine Reihe früherer NS-Zwangsarbeiter, und forderten die Auflösung der Gesellschaft.

ap FRANKFURT/MAIN. Im Saal protestierten vor allem junge Leute lautstark gegen die IG Farben. Sicherheitskräfte griffen hart durch. Es kam zu tumultartigen Szenen, Leute mit Kameras wurden des Saales verwiesen.

Die IG Farben in Abwicklung wollte auf der Hauptversammlung über ihre Auflösung zum 31. Dezember 2001 abstimmen. Ein entsprechender Zusatzantrag wurde auf Drängen des Dachverbands der Kritischen Aktionäre und der Coordination gegen Bayer-Gefahren e.V. auf die Tagesordnung genommen. Beide Organisationen wollten ferner die Abwahl des Aufsichtsratsvorsitzenden Ernst Krienke erreichen sowie die Verteilung des Restvermögens der Gesellschaft an ehemalige Zwangsarbeiter. Es wurde allerdings nicht erwartet, dass diese Anträge angenommen würden.

Der Ortbeirat des Frankfurter Stadtteils Bergen hatte sich dagegen ausgesprochen, dass die IG-Hauptversammlung in der dortigen Stadthalle abgehalten wird. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel hatte aber im Juli angeordnet, dass die Stadt der Gesellschaft in Auflösung Räume zur Verfügung stellen müsse.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%