Proteste von Frauenorganisationen
Scheidung per SMS in Singapur für Moslems nicht erlaubt

In Singapur können sich moslemische Männer nach einer Entscheidung der zuständigen islamischen Instanzen vom Mittwoch nicht per SMS von ihrer Frau scheiden lassen. Die Frage war in dem asiatischen Stadtstaat aufgekommen, nachdem ein Gericht in Dubai jüngst solche Scheidungen zugelassen hatte.

ap SINGAPUR. Islamische Stellen in Singapur und Malaysia schlossen sich dieser Auffassung zunächst an und lösten damit Proteste von Frauenorganisationen aus.

Nach islamischem Recht muss ein scheidungswilliger Mann drei Mal "Ich lasse mich von dir scheiden" zu seiner Frau sagen. Anschließend müsse er binnen sieben Tagen vor einem islamischen Gericht die Scheidung beantragen, hieß es in einer Erklärung des Islamischen Religionsrats in Singapur, des Islamischen Gerichts und der Registrierungsbehörde für moslemische Ehen. Eine kurze Botschaft, eine SMS, über das Mobiltelefon zu versenden, sei nicht akzeptabel. Die Debatte darüber habe dem Bild des Islams und der "Heiligkeit der Ehe selbst" geschadet.

In der Erklärung hieß es, Gott sei gegen Scheidungen. Moslems sollten daher versuchen, ihre Eheprobleme zu lösen. Etwa 15 % der vier Mill. Einwohner Singapurs sind Moslems.

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