Protestierer nahmen Waffen an sich
Kosovo: Krisensitzung im Hauptquartier

dpa BRÜSSEL. Die belgische Armee hat eine Krisensitzung einberufen, um über den gewaltsamen Zusammenstoß zwischen Serben und belgischen KFOR-Soldaten in der Kosovo-Ortschaft Leposavic zu beraten. Die Lage dort sei weiterhin "sehr gespannt", sagte ein Armeesprecher vor dem Zusammentreffen des Krisenstabs im Armeehauptquartier bei Brüssel. Belgiens Verteidigungsminister Andre Flahaut plane, die belgischen Friedenstruppen in der Kosovo-Provinz zu besuchen.

Die KFOR-Soldaten des belgisch-luxemburgischen Bataillons hatten den Angaben zufolge bei der Festnahme des Serben Vladimir Tomovic geholfen, der von der UN-Polizei wegen Mordes gesucht wurde. Bei den danach ausgebrochenen gewalttätigen Protesten seien den belgischen Soldaten zwei Waffen und ein Radio abgenommen worden. Die Besatzung der drei Militärfahrzeuge, sechs Soldaten und ein Übersetzer, sei von der Menge zunächst festgehalten worden. Sie habe anschließend in ein nahe liegendes Camp flüchten können. Ihre drei Militärfahrzeuge seien in Brand gesteckt worden.

Bei dem Zwischenfall hatten Schüsse einen Serben getötet und einen anderen verletzt. Ein dritter Mann starb an einer Herzattacke. Die belgische Armee hält es für möglich, das der tödliche Schuss aus einer der Waffen fiel, die den Soldaten entwendet wurde. Die Kugel werde untersucht. Die belgische Nachrichtenagentur Belga gab die Zahl der Demonstranten vor dem Quartier der Belgier in Leposavic mit rund 150 an. An eine Verstärkung des Bataillons sei vorerst nicht gedacht.

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