Prototypen neuer TV-Geräte
Industrie treibt Digitalisierung des Fernsehens voran

Mit zahlreichen Präsentationen wollen Sender und Gerätehersteller auf der Technologiemesse CeBIT die Digitalisierung des Fernsehens weiter vorantreiben. Die Prototypen neuer TV-Geräte und die Angebote der Sender auf der CeBIT zeigten deutlich, dass das Zusammenwachsen von Fernsehen und Internet Fortschritte mache, sagte Jürgen Sewczyk von RTL New Media.

HB/rtr HANNOVER. Wie RTL präsentieren auf der High-Tech-Schau auch der Bezahlsender Premiere und die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF Anwendungen für das interaktive Digitalfernsehen der Zukunft. So zeigt Premiere Digitalangebote für die Übertragung von Fußball, bei der in verschiedenen Fenstern der aktuelle Spielverlauf, eine Wiederholung der besten Szenen und Hintergrundinformationen zugleich vermittelt werden. Bei Formel-Eins-Rennen können Zuschauer mit der neuen Digitaltechnik die Autos aus verschiedenen Perspektiven gleichzeitig beobachten. RTL präsentiert die Möglichkeit, E-Mails und Handy-Kurznachrichten am Fernsehbildschirm zu schreiben und zu verschicken.

Die Sender werden ihre Digitalangebote auf der CeBIT erstmals live über die Multimedia Home Platform (MHP) senden. Die MHP ist ein einheitlicher Technikstandard für das Digitalfernsehen der Zukunft, auf den sich die Fernsehindustrie im vergangenen Jahr nach langem Ringen geeinigt hatte. Die ersten Angebote auf MHP-Basis sollen im Sommer starten, die ersten Fernseher und Set-Top-Boxen sind auf der CeBIT zu sehen.

Von dem neuen Technikstandard versprechen sich die Unternehmen den endgültigen Durchbruch für das digitale Fernsehen. Noch immer ist das digitale Fernsehen in Deutschland wenig verbreitet: Experten schätzen den Anteil der Digitalanschlüsse auf weniger als zehn Prozent. Bei der überwiegenden Mehrheit der Zuschauer werden die Fernsehprogramme nach wie vor analog auf die Mattscheibe geschickt. Doch bis 2010 sollen die analogen durch digitale Signale ersetzt sein.

Grund dafür ist, dass über digitale Frequenzen bis zu acht Mal so viele Prgoramme gesendet werden können wie über analoge Leitungen. Der Platz im analogen Fernsehen ist begrenzt, die Sendelizenzen entsprechend umkämpft. Doch für die Übergangszeit von der Analog- zur Digitalsendung hat ein Berliner Forschungsinstitut ein System entwickelt, dass den Platz besser ausnutzen könnte.

Das Fraunhofer-Institut zeigt auf der CeBIT, dass digitale Film- und Multimedia-Inhalte und analoge Fernsehkanäle auf einer Frequenz parallel ausgestrahlt werden können. Dabei werden die digitalen Signale in den Lücken - den so genannten Tabu-Kanälen - zwischen den bereits mit Analog-Programmen belegten Frequenz gesendet, sagte Norbert Pieth von Fraunhofer-Institut. Obwohl diese Lücken eigentlich tabu seien, weil bisher gegenseitige Störungen der Analog-Sender befürchtet wurden, sei dies bei der Einspeisung digitaler Signale nicht der Fall.

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