Prototypen
Sprechende Büroklammern und Karaoke für unterwegs

Weniger Technologiebegeisterung, stattdessen mehr Rücksicht auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Nutzer - mit diesem Ziel treten viele CeBIT-Aussteller in diesem Jahr an. Wenn sie richtig liegen, sehnen sich Verbraucher nach sprechenden Büroklammern, Handys zum Umhängen und Karaoke für unterwegs.

Reuters HANNOVER. So präsentiert Hewlett-Packard auf der Technikmesse CeBIT 2002 in Hannover sprechende Büroklammern. Damit sollen Urlaubsfotos künftig Geschichten erzählen und der Kühlschrank zur Nachrichtenzentrale für die gesamte Familie werden. Der Miniaturchip im Innern speichert Firmenangaben zufolge derzeit etwa vier Minuten Sprache. Doch noch ist die gesprächige Klammer - wie viele Neuheiten der Schau - ein Prototyp.

Auch der Computerhersteller IBM präsentiert eine Erfindung, die nach Erreichen der Marktreife das Leben angenehmer machen soll. Das "Infoscope" ist für jene entworfen, die in Frankreich einmal versucht haben, im "Hotel de Ville" ein Zimmer zu buchen. Das Gerät in der Größe eines Taschencomputers soll ausländische Schriftzüge aufnehmen, entziffern und in die gewünschte Sprache übersetzen. So erfährt der Reisende vor dem prachtvollen vermeintlichen "Hotel" in Frankreich, dass es sich um das Rathaus handelt. Nebenbei soll das "Infoscope" dem Reisenden per Satellitenortungssystem GPS auf einem Stadtplan zeigen, wo genau er sich aufhält.

Doch egal wo er sich befindet, Karaoke ist mit dem Gerät eines Herstellers aus Honkong immer möglich. Das "Cool-I-Kara" ist ein Mikrofon, auf das der Nutzer bis zu 500 Lieder speichern kann. Das Mikrofon spielt die Lieder wieder ab und mischt dabei wie in einer Karaoke-Bar Gesang und Musik.

Beim Finden der Lieder will das Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) in Erlangen helfen. "Query by humming" (Suchen durch Summen) heißt eines der Musikerkennungssysteme des IIS. Es soll genügen, ein paar Takte des gesuchten Liedes ins Mikrofon zu summen, um den Song in der Datenbank zu finden, die derzeit rund 100 000 Musikstücke umfasst. Auf der CeBIT demonstrieren die Erfinder das System allerdings nur eingeschränkt. Wegen des lauten Hintergrunds muss der Nutzer die Melodie auf einem Keyboard spielen.

Gleich mehrere Handy-Prototypen mit ungewöhnlichem Design zeigt Siemens. Darunter ist das "Pendant Phone", das an einer Kette um den Hals getragen wird. Es lässt sich mit einer Kamera oder einem digitalen Musikspieler ausstatten und soll nur 60 Gramm wiegen. Schließlich präsentiert Siemens ein Armband-Handy, das an das Telefon in Uhr-Form des Comic-Detektivs Dick Tracy erinnert. Um zu demonstrieren, dass das Telefon funktionsfähig ist, ließ sich Siemens-Manager Peter Zapf in einer CeBIT-Pressekonferenz darauf anrufen.

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