Provisorisch auf Bundesliga-Niveau
Unfallgefahr für FC Bayern

Für den FC Bayern München besteht am zweiten Bundesliga-Spieltag erhöhte Unfallgefahr. Das Auswärtsspiel des deutschen Fußball-Meisters bei Hannover 96 findet auf einer Baustelle statt.

HB/dpa HANNOVER. Die AWD-Arena wird im Hinblick auf die WM 2006 in ein modernes Fußball-Stadion verwandelt, vom einstigen Niedersachsenstadion steht nur noch die Westtribüne. Lediglich 22 500 Zuschauer können das Top-Spiel zu Top-Preisen verfolgen, statt einer Tartanbahn bilden Schutt, Geröll und Baukräne die Spielfeldumrandung.

"Vor zehn Tagen sah es im Stadion noch aus wie nach einem Meteoriteneinschlag", berichtete 96-Trainer Ralf Rangnick. Inzwischen ist alles provisorisch auf Bundesliga-Niveau getrimmt. Für die beiden Mannschaften, Schiedsrichter und Ärzte stehen insgesamt 14 Container zur Verfügung. Sie sind untereinander verbunden, enthalten separate Toiletten und Duschen sowie angesichts der Hitze auch Klimaanlagen. Die Profis werden über einen 20 Meter langen Tunnel vom Containerdorf auf den Rasen geführt. Die besonders wichtigen Zuschauer, 1000 an der Zahl, sitzen auf einer VIP-Tribüne aus Stahl auf der ansonsten kahlen Ostseite.

Auch sportlich könnten die Bayern leicht ins Stolpern geraten. Der 3:0-Auftaktsieg von Hannover 96 beim Hamburger SV hat das Selbstvertrauen der Niedersachsen gestärkt, auch wenn Trainer Rangnick von der Rolle eines neuen "Bayern-Jägers" nichts wissen will. "Die können wir nicht so einfach aus dem Stadion fegen", meinte der 96-Coach. Die Hoffnung auf einen Überraschungscoup ist aber nicht unbegründet. Bereits im Vorjahr trotzte das 96-Team dem Rekordmeister zwei Mal ein Unentschieden (2:2/3:3) ab. Der letzte Punktspielsieg der Bayern in Hannover datiert mit 5:0 vom 1. Februar 1986.

Arena wird erst 2005 fertig

"Kahn kennt mich jetzt. Diesmal stellt er eine Mauer", erinnerte der Brasilianer Vinicius an sein 35 m-Freistoßtor gegen den Bayern - Torwart. "Wir sind optimistisch. Die Mannschaft hat sich spielerisch verbessert", sagte der neue 96-Stürmer Thomas Christiansen vor dem direkten Duell der Torschützenkönige gegen Giovane Elber. Beide trafen vergangene Saison jeweils 21 Mal, derzeit stehen sie noch bei Null. Besser als Christiansen, der im Sturmzentrum von Thomas Brdaric bedrängt wird, hat "Rückkehrer" Jan Simak im 96-Team eingeschlagen. Der Tscheche setzt mit seinem Landsmann Jiri Stajner spielerische Akzente, die auch Ottmar Hitzfeld aufgefallen sind.

"96 ist ein Kandidat für den UEFA-Cup. Dass wir beide Spiele im Vorjahr nicht gewannen, ärgert uns", lobte der Meistertrainer den Samstag-Gegner. 96-Clubchef Martin Kind verfolgt ähnliche Ziele, auch wenn er sie als "mittelfristige Perspektive" formuliert. Ende 2004 werden die neuen Zuschauerränge in der AWD-Arena fertig gestellt sein, bis zum Frühjahr 2005 soll auch die Dachkonstruktion stehen. Dann können 50 000 Zuschauer die Spiele von Hannover 96 verfolgen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%