Prozess gegen sie könnte schwierig werden
Drei Amerikaner kämpften für die Taliban

Unter den mehr als 80 Taliban-Kämpfern, die sich am Sonntag nach mehr als einer Woche in der Festung Kalai Dschanghi bei Masar-i-Scharif ergeben haben, sind nach neuesten Berichten drei Amerikaner. Sie sind in Gewahrsam von US-Truppen oder der Nordallianz, wie aus dem US-Verteidigungsministerium verlautete.

ap WASHINGTON. Einer der Männer wurde inzwischen laut CNN als der zum Islam konvertierte 20-jährige John Walker aus Fairfax in Kalifornien identifiziert. Walker hat Wunden von Granatsplittern und Kugeln und wird medizinisch behandelt. Zur Identität der beiden anderen mutmaßlichen US-Bürger und ihren Zustand wurde zunächst nichts bekannt. Auch Konteradmiral John Stufflebeem wollte sich nicht näher äußern. Der Status Walkers werde noch geklärt, sagte er in Washington.

Ein Prozess gegen Amerikaner, die auf Seiten der Taliban kämpften, könne schwierig werden, sagte Stufflebeem. Für eine Hochverratsanklage würden zwei Zeugen gebraucht. Und die von Präsident George W. Bush angekündigten Militärgerichte seien nur für Ausländer, nicht aber für Amerikaner zuständig.

Die Kämpfer hatten sich rund eine Woche in den unterirdischen Gewölben der Festung verschanzt. Die Nordallianz hatte daraufhin die Kellergewölbe geflutet und die Kämpfer damit zur Aufgabe gezwungen. Bei der blutigen Niederschlagung der Revolte durch die Nordallianz und US-Truppen waren hunderte Gefangene getötet worden. UN-Menschenrechtskommissarin Mary Robinson forderte wie auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International eine Untersuchung der Niederschlagung.

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