Prozess
Landesbanker wuschen möglicherweise Drogengeld

Wegen Verdachts der Geldwäsche für Rauschgifthändler müssen sich drei hohe Mitarbeiter der Bayerischen Landesbank ab November vor dem Landgericht München verantworten.

ap MÜNCHEN. Wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte, sollen sie Lire und Peseten im Gegenwert von mindestens 14,5 Mill. DM aus Drogengeschäften in die deutsche Währung umgetauscht haben.

Die Devisen stammten laut Anklage aus dem Verkauf von 800 bis 900 Kilogramm Heroin in Italien und Spanien, wurden von Kurieren zu einer Wechselstube in München und dann in Plastiktüten zur Landesbank gebracht. Die Wechselstube habe 73 % der bei der Landesbank umgetauschten Lire und 86 % der Peseten angeliefert. Die Angeklagten - ein 63-jähriger Abteilungsleiter, ein Fachbereichsleiter und eine Leiterin des Referats Kassenwesen - hätten sich der fahrlässigen Geldwäsche schuldig gemacht. "Wir wissen, dass sie keine Zuwendungen bekommen haben", sagte die zuständige Staatsanwältin Claudia Dahmen.

Die bereits verurteilten Besitzer der Wechselstube hatten das gewaschene Geld an die Drogenbosse in der Türkei weiter geschickt. Insgesamt hatte die Wechselstube in einem Jahr rund 30 Mill. DM bei der Landesbank getauscht. Mit Hilfe von Zeugen und Kassenbüchern könne die Staatsanwaltschaft beweisen, dass zumindest die Hälfte aus Drogengeschäften stammten, sagte Dahmen. Der Prozess soll am 8. November beginnen.

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