Prozess vor dem Landgericht München
Haffas bekommen keine Schützenhilfe von Rohner

Nach Leo Kirch hat auch Pro Sieben Sat1-Chef Urs Rohner den wegen angeblichen Kursbetrugs auf der Anklagebank sitzenden früheren EM.TV-Vorständen Florian und Thomas Haffa seine Schützenhilfe verweigert.

Reuters MÜNCHEN. Zwar habe er im Jahr 2000 dreimal mit dem Firmengründer Thomas Haffa den Erwerb von insgesamt 250 Folgen der US-Zeichentrickserie "Die Simpsons" diskutiert, sagte Pro Sieben Sat1-Vorstandschef Urs Rohner am Montag vor dem Landgericht München. Bei einem abschließenden Treffen am 11. Oktober sei aber schnell klar geworden, dass ein Vertrag unter anderem wegen zu hoher Preisforderungen EM.TVs nicht in Frage kam. Der ehemalige EM.TV-Vorstandschef Thomas Haffa und sein Bruder Florian, der als Finanzvorstand fungierte, sagen hingegen, Rohner habe bereits zuvor den Abschluss des über 200 Millionen Mark schweren Geschäfts mündlich bestätigt.

Die einstigen Stars des mittlerweile vor dem Aus stehenden Börsensegments Neuer Markt wollen beweisen, dass im Herbst 2000 - angesichts des aus ihrer Sicht zu Stande gekommenen Vertrags - die Krise des Medienunternehmens nicht absehbar war. Die Haffas sind angeklagt, weil sie die schwierige Lage von EM.TV lange verschwiegen und Aktionäre getäuscht haben sollen.

Vor rund zwei Wochen hatte bereits der öffentlichkeitsscheue Filmhändler Leo Kirch - dessen insolvente KirchMedia die Mehrheit an Pro Sieben Sat1 hält - in dem Prozess ausgesagt und ein Zustandekommen des Simpson-Deals verneint. EM.TV hätte ursprünglich als Zwischenhändler zwischen Kirch und der Sendergruppe fungieren sollen.

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