Prozess wegen falscher Ausweispapiere
Russischer Journalist beklagt staatliche Willkür

Reuters MOSKAU. Der wochenlang in Tschetschenien vermisste Kriegsberichterstatter Andrej Babizki hat an die Journalisten appelliert, den Prozess gegen ihn genau zu verfolgen. Babizkis Anwalt Genri Resnik sagte am Mittwoch, sein Mandant und er wollten Offenheit. Das Gericht müsse einsehen, dass alle Augen auf das Verfahren gerichtet seien. Der Prozess sei das jüngste Beispiel für die willkürliche Behandlung, der Babizki von Seiten des Staates ausgeliefert sei. Babizki soll am Montag in Machatschkala in der russischen Republik Dagestan vor Gericht gestellt werden. Ihm wird vorgeworfen, falsche Papiere bei sich gehabt zu haben, als er Anfang des Jahres in Dagestan aufgegriffen wurde.

Babizki war Ende Januar in der russischen Kaukasus-Republik Tschetschenien festgenommen worden und nach russischen Angaben im Austausch für russische Gefangene an tschetschenische Rebellen übergeben worden. Danach hatte es von dem 35-jährigen wochenlang kein Lebenszeichen mehr gegeben. Später war Babizki in Dagestan festgenommen worden. Er soll nach russischer Darstellung in Besitz eines falschen Passes zur Ausreise nach Aserbaidschan gewesen sein. Babizki hatte gesagt, der Pass sei ihm von einer unbekannten Person ausgehändigt worden.

Die russische Regierung wirft dem Journalisten vor, er habe in Tschetschenien Separatisten unterstützt. Babizki hatte für den US-Sender Radio Liberty über den Tschetschenien-Krieg berichtet. Die kritische Berichterstattung stieß bei der russischen Regierung auf Ablehung. Das Verschwinden des Reporters hatte international Zweifel über die Pressefreiheit in Russland geweckt.

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