Prozessbeginn gegen Cor Boonstra
Ex-Philips-Chef wegen Insiderhandel vor Gericht

Der Prozess gegen den früheren Philips-Chef Cor Boonstra wegen unerlaubter Aktiengeschäfte hat am Donnerstag in Amsterdam ohne den Angeklagten begonnen.

HB/dpa AMSTERDAM. Einen Antrag der Anklagebehörde, den in Belgien lebenden Boonstra (64) zu der Verhandlung vorzuladen, wies das Gericht zum Auftakt der Verhandlung ab. Es sei Boonstras Recht, dem Verfahren fern zu bleiben, erläuterte der Vorsitzende. Zugleich bedauerte er dessen Abwesenheit, weil dies die Beantwortung von Fragen in dem auf drei Tage terminierten Prozess erschwere.

Boonstra soll mit Insider-Wissen im März des Jahres 2000 Aktien des niederländischen TV-Konzerns Endemol ("Big Brother") kurz vor dessen Übernahme durch den spanischen Telekomkonzern Telefónica gekauft und beim Verkauf der Papiere kurz nach der Übernahme erheblichen Gewinn gemacht haben. Außerdem habe er im selben Monat mit Aktien des Supermarktkonzerns Ahold gehandelt, obwohl er dies in seiner Funktion als Ahold-Aufsichtsratsmitglied nicht durfte, wirft ihm die Anklagebehörde vor. Die Ahold-Transaktion habe er zudem zu spät bei der Aufsichtsbehörde gemeldet.

Als Boonstra das Unternehmen im April 2001 nach mehr als sechs Jahren in der Führung von Philips verließ, kündigte die Justiz Ermittlungen gegen ihn wegen des Verdachts illegaler privater Aktiengeschäfte an. Die öffentliche Diskussion darüber habe ihn so verärgert, dass er nicht zum Prozess in Amsterdam kommen wolle, erläuterte sein Anwalt am Donnerstag. Der in den Niederlanden geborene Boonstra hat sich Zeitungsberichten zufolge bisher vergeblich bemüht, die belgische Staatsbürgerschaft zu erhalten.

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