Prozesse dauern länger, Einnahmen bleiben zunächst aus
Finanzierung von Rechtsstreitigkeiten bringt Verluste

Die auf die Finanzierung von Rechtsstreitigkeiten spezialisierte Foris AG hat ihre Prognosen für das Gesamtjahr revidiert und erwartet wiederum einen Nettoverlust. Foris rechne jetzt mit einem Verlust von 3,7 Mill. DM statt eines Ende April angekündigten Gewinns, teilte das am Neuen Markt gelistete Unternehmen am Freitag in Bonn mit.

Reuters FRANKFURT. Die Umsatzerwartung halbierte Foris den Angaben zufolge auf 53,3 Mill. DM von vorher 100,9 Mill. DM. Das Unternehmen begründete die Herabsetzung der Prognose unter anderem damit, dass sich von Foris begleitete Prozesse länger hinziehen würden als erwartet und dadurch auch die Einnahmen vorerst ausblieben. Foris kündigte eine strikte Kostenreduktion und den Verkauf von Grundvermögen an.

Der Foris-Aktienkurs fiel bis kurz nach Mittag in einem sehr festen Gesamtmarkt um mehr als sieben Prozent auf 2,70 ?. Zwischenzeitlich hatte die Aktie ein Jahrestief von 2,12 ? markiert.

Die Foris AG finanziert eigenen Angaben zufolge Rechtsstreitigkeiten ab einem Streitwert von 100 000 DM gegen eine Erfolgsbeteiligung von 30 %. Außerdem verkaufe das Unternehmen neu gegründete, bereits eingetragene GmbHs und Aktiengesellschaften - so genannte Vorratsgesellschaften - an junge Unternehmer und vermittele die Übertragung und den Verkauf von Patenten und Markennamen.

Im ersten Halbjahr sei bei einem Umsatz von 17,9 (Vorjahr 14,5) Mill. DM ein Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 6,5 (minus 1,0) Mill. DM verbucht worden. Der Bereich Prozesskostenfinanzierung solle im Gesamtjahr 2001 zum ersten Mal profitabel wirtschaften, sagte Unternehmenssprecher Gerrit Meinke. Derzeit sei absehbar, dass mehrere lukrative Prozesse im Jahresverlauf erfolgreich abgeschlossen werden könnten. Die Verkaufsprognose der Vorratsgesellschaften halbierte Foris jedoch auf 620 (bisher 1200) Gesellschaften.Im ersten Halbjahr seien 245 Vorratsgesellschaften verkauft worden.

Desweiteren seien insgesamt 954 neue Anfragen zur Finanzierung von Prozessen, und damit rund 50 % mehr als im Vorjahreszeitraum eingegangen. Zum 30. Juni habe Foris 224 Verfahren mit einem Gesamtstreitwert von mehr als 300 Mill. DM finanziert, hieß es. Foris werde sich künftig auf wenige ertragsstarke Kernprodukte konzentrieren und im gesamten Kosten reduzieren. Nicht betriebsnotwendiges Grundvermögen solle zudem verkauft werden, hieß es.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%