Prozessorhersteller Intel räumt dem Wireless LAN größere Chancen ein
Drahtlos-Technik Bluetooth gerät ins Hintertreffen

Für den Chiphersteller Intel Corp. hat Bluetooth den Kampf um die Kunden bereits verloren. Dieser Meinung ist zumindest Sean Maloney, Vice President bei dem Konzern. Trotz der euphorischen Reaktionen der Hersteller gebe es noch kaum Geräte, die mit dem neuen Übertragungsstandard arbeiten. Bluetooth ermöglicht es unterschiedlichen digitalen Geräten, miteinander zu kommunizieren.

sgr DÜSSELDORF. Eine Studie der Beratungsagentur Frost & Sullivan räumt ein, dass die Einführung von Bluetooth-Produkten sich verzögert. Trotzdem sehen die Marktbeobachter weiterhin ein enormes Wachstumspotenzial: Bis 2006 soll der Markt auf 330 Mrd. $ angeschwollen sein.

Maloney ist da skeptisch. Denn mittlerweile gibt es etwas Besseres: die Wireless LAN (WLAN) genannten schnurlosen Netzwerke. Und da hat sich, so meint der Intel-Manager, die WLAN-Norm IEEE 802.11 schon so weit durchgesetzt, dass sie der Standard schlechthin für die drahtlose Vernetzung von unterschiedlichsten Geräten wie Notebooks, mobilen Telefonen und Druckern - mit Anbindung an das Internet - werden kann.

Als Microsoft vor einigen Monaten gescholten wurde, sein neues Betriebssystem Windows XP würde Bluetooth nicht unterstützen, erklärte das Softwarehaus zwar noch, dass das wegen der noch nicht vorhandenen Geräte nicht möglich sei. Schließlich wolle man kein Programm mit Spezifikationen verkaufen, die vorher nicht ausreichend praktisch überprüft werden könnten. Aus heutiger Sicht liest sich das jedoch eher wie eine Ausrede.

Einer der wesentlichen Vorteile von 802.11 ist die deutlich bessere Bandbreite bei der Übertragung von Daten. Zwar ging zunächst ordentlich Bandbreite für Protokoll-Daten drauf, so dass für die eigentliche Anwendung nicht mehr so viel übrig blieb. Doch mit dem so genannten DSSS-Protokoll sind inzwischen sogar Datenraten von bis zu 11 Megabite pro Sekunde möglich. Einziger Schönheitsfehler: WLAN ist im Vergleich zu Bluetooth noch deutlich teurer. Mit jedem Tag, den Bluetooth jedoch auf sich warten lässt, erhöht sich die Chance für WLAN.

Auf dem Entwicklerforum von Intel vertrat Sean Maloney die Meinung, dass 802.11 faktisch bereits der Standard für die drahtlose Vernetzung von Geräten sei. Zwar werde Bluetooth überleben, meinte der Experte, aber nur in Marktnischen.

Im Juli noch war Frost & Sullivan der Meinung, dass Bluetooth eher zur Verwirrung vieler Konsumenten beigetragen habe. Aber die technischen Probleme in den Bereichen Interoperabilität, Interferenz und Sicherheit seien nun weitgehend behoben. Inzwischen haben sich nahezu 2 500 Unternehmen der Bluetooth Special Interest Group angeschlossen. Auch Intel gehört dazu. Doch nach den Aussagen von Maloney ist nicht mehr so klar, ob Intel noch zu Bluetooth steht.

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