Prüderie der Amerikaner ist eine Ursache des Erfolgs
Valentinstag: Singles in USA unter Druck

Überall nur Herzen und Rosen und Liebeskitsch. Für viele amerikanische Singles ist die zweite Februarwoche ein rotes Tuch, fühlen sie sich doch in der "Liebeszeit" als Außenseiter. Für den US-Einzelhandel setzt die Valentinszeit eine gigantische Marketingmaschinerie in Gang.

HB WASHINGTON. Die zweite Februarwoche ist für Esther Kagoda die schlimmste Zeit des Jahres. "Überall nur Plüschherzen und Rosen, in jedem Geschäft rosarote Regale mit all dem Liebes-Kitsch", sagt die 38- Jährige aus dem kleinen Städtchen Laurel im US-Bundesstaat Maryland. "Es ist lächerlich, aber inzwischen habe ich gelernt, diesen ganzen Herzkram auszublenden." Esther ist Single und fühlt sich deshalb für zwei Wochen im Jahr als Außenseiterin. Denn dann setzt der Einzelhandel in den USA seine gigantische Marketingmaschinerie in Sachen Liebe ein: Der Valentinstag soll wieder einmal einen Umsatzboom bescheren.

Das "Ausblenden" des Liebesspektakels dürfte in den USA nicht einfach sein. Denn der Handel tut alles, damit niemand am "Tag der Verliebten", dem 14. Februar, vorbeikommt. Allein der Grußkarten- Konzern Hallmark offeriert 3 600 verschiedene Valentinskarten. Mit einer Auflage von 200 Millionen Valentinskarten - so der US- Kartenverband GCA - kommt statistisch fast auf jeden erwachsenen US- Bürger eine Liebeskarte. "Valentinstag ist nach Weihnachten der Spitzenverkaufstag für uns", sagt Hallmark-Sprecherin Rachel Bolten.

Die Riesen-Auswahl sei nötig, beteuert sie. "Jeder soll eine Karte finden, von der er meint, ja genau das sind meine Worte, das bin ich." Damit dieser "Aha-Effekt" eintrete, arbeiteten 50 Hallmark- Autoren an originellen Botschaften. "Stell dir meine Liebe als Kaffee vor und schenke dir immer wieder nach!" oder "Die klügste Tat meines Lebens war, um Deine Hand anzuhalten" sind Beispiele für erfolgreiche US- Liebeserklärungen 2004.

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