Prüffrist läuft am 7. Januar aus
Telekom will TV-Kabel nicht billiger verkaufen

Die Deutsche Telekom will im Falle eines Vetos durch das Bundeskartellamt ihre TV-Kabelnetze nicht günstiger an andere Interessenten abgeben. "Dann behalten wir das Kabel, keiner hat uns gezwungen zu verkaufen", sagte Vorstandschef Ron Sommer am Dienstagabend in Berlin.

dpa BERLIN. Ein Verkauf hätte aber nach wie vor Priorität. Gleichzeitig wies Sommer die Kritik von Konkurrenten zurück, die Wettbewerbsentwicklung auf den Telekommunikationsmärkten sei ins Stocken geraten.

Gegenwärtig prüft das Kartellamt den milliardenschweren Verkauf des Kabelnetzes an den US-Medienkonzern Liberty Media. Wegen eines möglichen Zuwachses an Marktmacht beim Netzzugang und bei den Inhalten sieht das Kartellamt die Übernahme kritisch. Die Telekom und Liberty Media hatten sich im Herbst auf den Verkauf in einer Größenordnung von rund 5,5 Mrd. ? (10,7 Mrd DM) geeinigt.

Die Prüffrist beim Kartellamt läuft noch bis zum 7. Januar 2002. Sollte die Behörde die Übernahme untersagen, muss sich die Telekom wahrscheinlich nach einem anderen Käufer umsehen. Damit würde sich zugleich der Zeitplan für den geplanten Abbau der Schulden auf rund 50 Mrd. ? bis Ende 2002 verzögern. Ende September stand die Telekom bei ihren Geldgebern noch mit 65 Mrd. ? in der Kreide.

Sommer weist Kritik zurück

Sommer wies die von Wettbewerbern geäußerte Kritik zurück, der Konzern verfüge im Ortsnetzbereich über eine marktbeherrschende Stellung: "Wir haben kein Monopol im Ortsnetz". Heute könnten 60 % der Bevölkerung in diesem Bereich einen anderen Anbieter wählen. Tatsächliche Marktanteile - die Telekom kommt im Ortsbereich auf 98 % - hätten nichts mit einem Monopol zu tun.

Die Telekom habe Milliarden-Summen in Innovationen wie den schnellen Internetzugang DSL investiert. "Wir sind ein ziemlich guter Laden geworden", begründete Sommer die dominierende Stellung der Telekom im DSL-Geschäft. Es sei ein legitimes Ziel, dass ein Anbieter von seinen Innovationen wirtschaftlich profitiere. Der Zugang Dritter zur Infrastruktur müsse deshalb so geregelt sein, dass die Wirtschaftlichkeit der zu Grunde liegenden Investitionen nicht gefährdet werde.

Gleichzeitig warf er den Wettbewerbern vor, nicht investieren zu wollen, sondern durch günstige Vorleistungsangebote der Telekom nur auf Arbitrage-Geschäfte aus zu sein. Durch diese Geschäfte können die Wettbewerber aufgrund des günstigen Einkaufs die Telekompreise unterbieten. "Es entbehrt jeder Grundlage, von einer stagnierenden Wettbewerbsentwicklung oder gar Re-Monopolisierung zu sprechen", sagte Sommer. Nach dem Preisrückgang der letzten Jahre und dem damit verbundenen Margenverfall würden jetzt genau die Anbieter ausscheiden, die rein auf Arbitrage gesetzt hätten.

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