Prüfung durch Techniker gestartet
Kurth deutet Unterstützung für Kooperationen bei UMTS an

Der Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP), Matthias Kurth, hat seine Unterstützung für Kooperationsbestrebungen unter kleineren UMTS-Lizenzinhabern angedeutet. "Dort, wo wir helfen können," sehe er "schon eine gewisse Verantwortung", sagte Kurth in einem am Sonntag vorab veröffentlichen Zeitungsinterview.

rtr BERLIN. Dies gelte etwa für die Bestrebungen einiger Netzbetreiber gemeinsam Antennen und Basisstationen zu nutzen und damit die Zahl der Sendestandorte zu verringern. Die Mobilfunkunternehmen nutzten ja schon beim aktuellen GSM-Standard gemeinsam solche sogenannten passiven Elemente, sagte Kurth.

Im vergangenen Jahr hatten sechs Mobilfunk-Unternehmen allein oder in Konsortien UMTS-Lizenzen in einem Gesamtwert von rund 8,4 Mrd. Euro ersteigert. Hintergrund der Diskussion um die mögliche Kooperationen der Betreiber sind die enormen Kosten bei der Einführung des neuen Mobilfunkstandards der dritten Generation. Für den Aufbau der Netze rechnen Branchenexperten etwa mit zusätzlichen Kosten von etwa fünf Mrd. Euro. Vor allem kleinere Mobilfunkunternehmen wie E-Plus, Viag Intercom und Mobilcom wollen daher in gewissem Umfang zusammenarbeiten, um etwa Netzwerkinfrastruktur-Kosten einsparen zu können. Mobilcom bezifferte dadurch mögliche Einsparungen zuletzt auf etwa 20 bis 40 %.

Die RegTP lasse gegenwärtig von Technikern prüfen, welche Netzteile gemeinsam genutzt werden könnten, ohne die Grundbedingungen der Lizenzierung zu verletzen, sagte Kurth dem Blatt weiter. "Wir werden wohl Anfang Juni zu einem Abschluss kommen können." Nach den Bestimmungen für die UMTS-Auktion im vergangenen Sommer muss jeder Lizenzinhaber sein eigenes Netz aufbauen und die volle Funktionsherrschaft für sein Netz behalten.



Lizenzbedingungen ändern sich nicht

Zu einer möglichen Aufteilung der Netze in ländlichen Gebieten im Rahmen von Kooperationen sagte der RegTP-Chef, die Bestimmungen erlaubten durchaus ein "National Roaming", was Kunden eines Netzbetreibers erlaube, sich in das Gebiet eines anderen Betreibers einzuwählen und dort weiterzutelefonieren. Bis 2003 müssten die Betreiber mindestens 25 und bis 2005 50 % der Bevölkerung versorgen können, daher bestehe die Möglichkeit vor und nach Erreichen dieser Vorgaben "National Roaming" zu nutzen. In solchen Absprachen dürften aber keine wettbewerbsbehindernden Absprachen verborgen sein.

Zu eventuellen Klagen der großen Lizenzinhaber gegen derartige Kooperationen sagte der RegTP-Chef, es werde nur eine Entscheidung ausgelegt, die Lizenzbedingungen veränderten sich nicht. Daher sehe er auch nicht das Risiko von Klagen. Zuletzt hatte etwa der deutsche Mobilfunk-Branchenführer, der zu Vodafone gehörende Anbieter D2 erklärt, er wolle auf jeden Fall durchsetzen, dass die Bestimmungen der UMTS-Auktion des vergangenen Jahres unangetastet blieben.

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