Prüfung von AOL/Time Warner endet am 24. Oktober
AOL und Time Warner machen Konzessionen in Brüssel

Über die Art der Zugeständnisse seitens der Unternehmen wurde bislang nichts bekannt. Dem Vernehmen nach haben Time Warner/AOL eine "agressive Haltung" gegenüber der Kommission eingenommen.

vwd BRÜSSEL. Die EU-Kommission hatte am Mittwoch und Donnerstag in Brüssel Anhörungen durchgeführt, bei denen die Medienkonzerne, deren Konkurrenten sowie die EU-Wettbewerbskontrolleure ihre Haltung zu den Zusammenschlüssen darstellten. Sprecher der EU-Kommission wollten sich zu den Treffen nicht äußern. Monti hatte im Juni wegen ernster wettbewerbsrechtlicher Bedenken vertiefte Prüfungen in beiden Fällen eingeleitet. Er befürchtet, dass die Unternehmen durch die Verbindung von Internet-Plattform und Inhalten als "integrierter Medienkonzern" den digitalen Vertrieb von Musik sowie die Veröffentlichung von Musiktiteln kontrollieren könnten.

Über die Zugeständnisse seitens der Unternehmen wurde in Brüssel bislang nichts bekannt. Dem Vernehmen nach haben Time Warner/AOL eine "agressive Haltung" gegenüber der Kommission eingenommen und seien nicht Willens, klein beizugeben. Bei EMI hieß es, dass die Vertreter eine "umfassende Darstellung des Falls" vorgelegt hätten, die sich "Punkt für Punkt" den Einwänden Brüssels widme. Über die Forderungen Montis kann derzeit nur spekuliert werden. Dagegen verlangt die US-Wettbewerbsaufsicht Berichten zufolge von AOL die Trennung ihres Anteils an Hughes Eletronics sowie generell eine Öffnung ihrer Übertragungsleitungen für Konkurrenten.

Die Sprecherin Montis sagte am Berichtstag noch, dass die Kommission derzeit in der "Beurteilungsphase" sei. Die Konzerne haben noch etwa zwei Wochen Zeit, Konzessionen zu machen. Sollten diese nicht ausreichen, droht ihren Fusionen ein Verbot durch die EU-Behörde. Die Frist für eine Entscheidung läuft im Fall von AOL/Time am 24. Oktober, und im Fall von EMI/Time Warner am 18. Oktober aus. Vor Bekanntgabe ihres Votums konsultiert Monti noch den Beratenden EU-Fusionsausschuss, in dem u.a. die Wettbewerbsexperten der EU-Mitgliedsstaaten sitzen.

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