Prüfungsgesellschaft plant deutliches Wachstum
Andersen setzt trotz Abschwung auf Beratung

Die Arthur-Andersen-Gruppe will ihr Beratungsgeschäft in Deutschland trotz der aktuellen Branchenschwäche ausbauen. "In diesem und im nächsten Geschäftsjahr gibt es ein klar definiertes Investitionsprogramm in erfahrene Mitarbeiter", erklärte Christoph Groß, Sprecher der Geschäftsführung der Arthur Andersen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft mbh, Eschborn, in Frankfurt.

jkn FRANKFURT/M. Damit investiert Andersen in einen Bereich, der seit Monaten unter Druck steht. Weltweit entlassen die Beratungsgesellschaften Mitarbeiter. Die Gewinnmargen sind durch Überkapazitäten geschrumpft. Branchenkenner gehen davon aus, dass das Beratungsgeschäft in Deutschland nach den Ausnahmejahren 1999 und 2000 nur noch um 3 bis 6 % zulegen wird.

Auch beim Bundesverband deutscher Unternehmensberater (BDU) e.V. in Köln hält man dies für eine realistische Größe. Noch zu Jahresbeginn hatte der BDU ein Plus von 12 % prognostiziert. Dagegen will Arthur-Andersen-Chef Groß in der Beratung im laufenden Geschäftsjahr ein deutliches Plus erzielen. Einer Studie der Lünendonk GmbH zufolge steht Andersen unter den deutschen Beratern auf Platz 12. Angeführt wird die Liste von McKinsey & Company sowie Roland Berger & Partner.

Im vergangenen Jahr hatte sich die auf IT-Beratung spezialisierte Tochter Accenture von Andersen getrennt. Gleichwohl will die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft weiter beraten. "Das Consulting-Geschäft ist ein fundamentaler Bestandteil unserer Strategie", erklärte Groß.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte die deutsche Andersen die Umsätze im Geschäftsbereich Business Consulting (z.B. IT-Beratung) um 23,8 % auf 125 Mill. DM steigern. Inklusive der Beratung in anderen Feldern wie etwa Immobilien wuchs die Sparte Consulting um 24 % auf 209 Mill. DM. Das gesondert erfasste Steuerberatergeschäft stieg um 21 % auf 202 Mill. DM.

Gleichwohl steuert das klassische Prüfungsgeschäft, das um 17,5 % auf 503 Mill. DM zulegte, mit einem Anteil von fast 50 % immer noch den größten Batzen zum Gesamtumsatz bei. Dieser überschritt im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals die Milliardengrenze und erreichte 1,019 Mrd. DM (plus 21 %). Zwar war der Start ins laufende Jahr schwächer, dennoch erwartet Groß erneut einen zweistelligen Zuwachs. "Ob wir allerdings eine 2 vor dem Komma haben, kann ich im Moment noch nicht sagen", erklärte er.

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