Psychische Probleme
Deisler bereitet FC Bayern Sorgen

Schon wieder droht ein langer Ausfall von Fußball-Nationalspieler Sebastian Deisler: Der Profi des FC Bayern München leidet unter psychischen Problemen und muss seit einigen Tagen in einer Klinik behandelt werden. Das bestätigte Trainer Ottmar Hitzfeld am Freitag in München. "Er ist in Behandlung. Wir haben gehofft, dass er nach den hervorragenden Leistungen den Durchbruch schafft. Nun ist das ein Rückschlag für alle Beteiligten", sagte der Coach. "Ich gehe davon aus, dass er erst wieder im neuen Jahr spielen kann", sagte Hitzfeld.

HB MÜNCHEN. Genaue Angaben über Art und Umfang der Probleme Deislers wurden vom FC Bayern zunächst nicht gemacht. Allerding kündigte der Verein für den Nachmittag eine Pressekonferenz mit Manager Uli Hoeneß und dem behandelnden Arzt an. Angeblich soll es sich bei der Erkrankung des 23-Jährigen um das "Burn-out-Syndrom" handeln und Parallelen zum Profi Jan Simak bestehen. Der Spieler von Hannover 96 war vor zwei Monaten wegen psychischer Probleme zwischenzeitlich abgetaucht und hat seitdem nicht mehr spielen können.

Für den in seinen fünf Profijahren von 15 schweren Verletzungen und fünf Operationen gebeutelten Deisler kam die dramatische Wende zum Schlechten zu einem unerwarteten Zeitpunkt. Der Mittelfeldspieler hatte zuletzt vor zwölf Tagen im Bundesliga-Spiel gegen Borussia Dortmund (4:1) für den FC Bayern gespielt und dabei eine ansprechende Leistung gezeigt. Noch vor der Partie war er von den Bayern-Fans zum "Spieler des Monats Oktober" gewählt worden und somit für seine guten Auftritte nach seinem Muskelfaserriss ausgezeichnet worden.

Schon für das darauf folgende Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich sagte der Ex-Berliner, der im Januar erstmals Vater wird, wegen einer Muskelverhärtung aber wieder ab. Offiziell plagte den als sensibel und introvertiert geltenden Jungstar zuletzt zudem eine Grippe. "Natürlich ist Druck vorhanden. Jeder Spieler reagiert anders darauf. Das darf man nicht unterschätzen", sagte Hitzfeld zu den Problemen Deislers. Seit seiner Ankunft in München hatte sich der Lörracher offensichtlich nicht richtig mit der Glitzerwelt beim Rekordmeister anfreunden können.

Deisler war im Sommer 2002 für 9 Mill. ? von Hertha BSC zum FC Bayern gewechselt. Wegen einer im Länderspiel gegen Österreich im Mai 2002 erlittenen Knieverletzung hatte er praktisch das komplette erste Jahr beim deutschen Meister pausieren müssen. Erst gegen Saisonende war er zu einigen Kurzeinsätzen gekommen. In dieser Spielzeit erzielte er in der Bundesliga in neun Spielen drei Tore für den FCB.

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