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Psychologe rät zu Demut und Besinnung nach Lotto-Millionengewinn

Als „positive Traumatisierung“ wird sich ein Gewinn von mehreren Mill. Euro im Lotto nach Ansicht des Psychotherapeuten Stephan Lermer auf den Gewinner auswirken.

dpa MÜNCHEN/POTSDAM. Als "positive Traumatisierung" wird sich ein Gewinn von mehreren Mill. Euro im Lotto nach Ansicht des Psychotherapeuten Stephan Lermer auf den Gewinner auswirken.

"Er wird plötzlich von einem Glücksstrahl getroffen und steht erstmal völlig neben sich", sagte Lermer in einem dpa-Gespräch in München. Und dann komme es je nach Persönlichkeit zu ganz unterschiedlichen Reaktionen, denn diese seien abhängig von Intelligenz, Reife und "Herzensbildung". "Je nach Charakter entscheidet sich beispielsweise, ob das ganze Geld in goldene Wasserhähne und schnelle Autos fließt oder ein Teil gezielt gespendet wird."

Grundsätzlich rät Lermer: "Damit es nicht zu Kurzschlusshandlungen kommt, sollte sich der Gewinner erstmal eine kleine Auszeit gönnen." Das Wichtigste sei zunächst, niemandem außer dem Partner etwas von dem Geldsegen zu erzählen. "Das schürt nur Neid und kann schnell außer Kontrolle geraten." Auch sei es ratsam, sich kompetente Beratung zu holen, wie die bislang unvorstellbare Gewinnsumme vernünftig angelegt werden sollte.

"Intelligente Menschen würden sich wahrscheinlich vornehmen, etwas mit dem Geld zu bewegen - sei es nun eine Weltreise, die Gründung einer Stiftung oder der Aufbau einer Firma", meinte Lermer, der auch als Manager-Coach arbeitet. Aber es komme eben auch vor, dass der Neu-Millionär das Geld wahllos verprasst, weil er mit dem Druck nicht fertig wird. Daher rät der Psychologe, erst einmal darüber nachzudenken, "wie der neue Lebensstandard in Lebensqualität überführt werden kann".

Die plötzlich schier unendlichen Möglichkeiten sollten nicht zu Hochmut verleiten, warnte Lermer. "Vielmehr ist eine gesunde Portion Demut zu empfehlen, um die vernünftigste Lösung für sich und sein Umfeld zu finden." Nach Einschätzung von Lermer kann ein Gewinn von mehreren Mill. Euro auch Ängste auslösen - ein "Drama im Kopf" spiele sich dann ab. "Da beherrschen plötzlich Sorgen beispielsweise davor, dass die Kinder entführt werden könnten, das Denken." Dann sei psychologische Hilfe anzuraten, um sich vom "Anfänger" zum "Millionen-Manager" zu qualifizieren.

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