Psychologisch wichtige Marke rückt in greifbare Nähe
Neue-Markt-Indizes steuern auf 1 000 Punkte zu

Wenn ein Marktsegment in wenigen Wochen um fast 50 % zulegt, ist der richtige Einstiegszeitpunkt im Normalfall schon verpasst. Doch was heißt schon normal am Neuen Markt? Normal war weder der kometenhafte Aufstieg noch der teilweise blinde Ausverkauf. Resignation ließ viele Anleger zwischenzeitlich die Wachstumswerte einfach ignorieren. Jetzt ist die erste Welle an Kursgewinnen schon wieder gelaufen. Bei Werten, die seit den Tiefstständen mehr als 100 % zugelegt haben, drohen Gewinnmitnahmen.

FRANKFURT/M. Prognosen für den Neuen Markt bleiben sehr schwierig. Der Verlauf ist vor allem von der politischen Entwicklung und ihren ökonomischen Konsequenzen abhängig. Aber ein Überspringen der Marke von 1 000 Punkten wäre ein Zeichen einer internen Stabilisierung des Marktes. Sie könnte verhindern, dass die Anleger in einer Abwärtsbewegung erneut überreagieren, was die Risiken eines Einstieges mindern würde.

Am Dienstag näherten sich die Indizes dieser Marke weiter deutlich an. Dabei war der Verlauf erneut positiver als an der US-Technologiebörse Nasdaq. Der Nemax schloss bei 959 Punkten 4,5 % im Plus. Der Nemax 50, der zum Wochenanfang den Gesamtmarktindex wieder überholt hatte, stieg sogar um 5,5 % auf 971 Zähler. Ein weiterer Tag mit solchen Plusraten reicht für vierstellige Indexstände aus.

Kräftige Gewinne verbuchten am Dienstag die Finanzdienstleister Lokomotive war das Papier der Direkt Anlage Bank. Obwohl die Zahl der Transaktionen und die Höhe des verwalteten Depotvolumens nach jüngsten Firmenangaben drastisch sinken, reagierte die Börse mit einem Kurszuwachs von 11,6 % auf 11,10 Euro. Wie beim amerikanischen Discount-Broker Charles Schwab war ein noch schlimmeres Desaster erwartet worden. Seit ihrem Tiefstkurs hat die DAB-Aktie damit um mehr als 70 % zugelegt. Die Anleger scheinen nun darauf zu bauen, dass auch die Konkurrenz nicht ganz so dramatisch wie erwartet getroffen wird. So stiegen Comdirect, deren Umstrukturierungspläne honoriert wurden, um 9 % auf 7,90 Euro und Consors um 5,4 % auf 11,70 Euro.

Deutliche Gewinne verbuchte der Internetindex, der wesentlich von T-Online geprägt ist. Das Papier der Telekom-Tochter setzte den Aufwärtstrend mit einem Kurszuwachs von 7,9 % auf 8,20 Euro fort. T-Online hatte eine Beteiligung von 50 % an der Springer Online-Vermarktungsfirma Interactive Media CCSP AG gemeldet. Die Muttergesellschaften wollen dem Joint Venture die Rechte ihrer Online-Auftritte übertragen und es so zum größten Online-Vermarkter Deutschlands machen. Weiter aufwärts ging es auch mit Broadvision, die nun bei 1,85 Euro (+ 19 %) ihren Wert in wenigen Wochen mehr als verdoppelt haben.

Übertrumpft wurden alle am Dienstag von EM.TV mit einem Kursgewinn von 94 %. Grund waren Gerüchte über die komplette Trennung von der Formel 1. Auch Cinemedia konnte deutlich um 26 % auf 4,46 Euro zulegen. Die Firma hatte ihre Prognosen konkretisiert. Sie rechnet dieses Jahr mit 129,5 Mill. Euro Umsatz und einem Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 27 bis 29 Mill. Euro.

Um 20 % auf 20,60 Euro aufwärts ging es mit Medigene. Die Biotech-Firma hatte über gute klinische Testergebnisse eines Wirkstoffs gegen Genitalwarzen berichtet. Trotz einer Korrektur des Ebit-Verlustes von 9 auf 14,4 Mill. Euro für 2001/2002 auf Grund neuer Bewertungen legte auch der Kurs von Utimaco um 47 % auf 3,60 Euro zu. Die Firma erhofft sich nach einem Gutachten bei Nachverhandlungen einen deutlich niedrigeren Kaufpreis für eine Akquisition.

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