Psychologisch wichtige Marke wurde noch nicht überschritten
Euro stoppt vor 0,96-Dollar-Grenze

Die Entwicklung gebe jedoch nicht den Trend des Euro wieder, so Händler.

Reuters FRANKFURT. Enttäuschung über das Scheitern an der psychologisch wichtigen Marke von 0,96 $ hat den Euro nach Worten von Händlern am Montagvormittag in Europa gegen den Dollar an Boden verlieren lassen. Diese Entwicklung gebe jedoch nicht den Trend des Euro wieder. Das Aufwärtspotenzial sei ungebrochen, da sich an den schwächeren Konjunkturaussichten in den USA auch nach den etwas besser als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag grundlegend nichts geändert habe. Je höher der Euro aber steige, desto größer werde auch die Erwartungshaltung des Marktes. Sofern die Währung den Sprung über eine von den Investoren bereits einkalkulierte Marke verpasse, sei mit Rückschlägen zu rechnen. Diese könnten umso größer ausfallen, je deutlicher sich der Euro-Kurs der - ebenfalls vor allem psychologisch wichtigen - Dollar-Parität annähere, hieß es.

Die Gemeinschaftswährung, die ihren Aufwärtstrend im frühen europäischen Geschäft bis auf 0,9592 $ ausbauen konnte, sackte im Handelsverlauf bis auf 0,9524 $ ab. "Das ist keine erneute Trendumkehr, sondern nur eine Rast auf dem Weg nach Oben", sagte ein Händler in Frankfurt. Das Ziel bleibe zunächst die Marke von 0,96 $. "Und wenn sie nicht im ersten Anlauf fällt, dann fällt sie eben im zweiten oder im dritten."

Aufwärtspotenzial durch schwache US-Konjunktur

Hauptgrund für das Aufwärtspotenzial des Euro seien weiter die schwachen Konjunkturaussichten in den USA. Zwar sei der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag auf den ersten Blick nicht so schlecht gewesen, wie auf Grund des "zuletzt katastrophalen konjunkturellen Stimmungsbildes" zu erwarten gewesen sei, teilen die Analysten der HypoVereinsbank in einem Marktkommentar mit. "Berücksichtigen wir jedoch den nur recht moderaten Stellenzuwachs...im Privatsektor..., dann sieht die Bilanz weit weniger zufriedenstellend aus", heißt es in dem Kommentar weiter. Dazu komme der starke Anstieg der Stundenlöhne um 0,4 %. Sollten andere Inflationsindikatoren, wie zum Beispiel der am 25. Januar zur veröffentlichung anstehende Arbeitskostenindex in die gleiche Richtung deuten, die Wachstumsfaktoren gleichzeitig aber weiter nach unten weisen, werde die Fed bei ihrem zinspolitischen Treffen am 30./31. Januar in eine schwierige Situation geraten. Dann würden die Wachstumsdaten für eine weitere Senkung der Leitzinsen sprechen, die Inflationsgefahren aber dagegen.

Ein Zusammentreffen dieser Faktoren könne dem Euro Aufwärtspotenzial bis zur Widerstandszone bei 0,9650 $ schaffen, wobei eine schwache Entwicklung des US-Aktienmarktes die Entwicklung unterstützen könnte. Gegen 10.00 Uhr MEZ notierte der Euro mit Kursen um 0,9535/40 $ nach einer letzten Notiz von 0,9577/81 $ am Freitag in New York. Zum Yen notierte die Währung mit 116,26/31 Yen.

LZB-Präsident zeigt sich zuversichtlich

Der Präsident der Landeszentralbank (LZB) Berlin/Brandenburg, Klaus Dieter Kühbacher, zeigte sich am Montag im ZDF-Morgenmagazin zuversichtlich, hinsichtlich des Euro-Kurses. Seit Jahresbeginn finde ein gewisser Ausgleich zu der schlechten Bewertung der vergangenen Monate statt. Der Euro sei im Verhältnis zur US-Wirtschaft unterbewertet gewesen. "Jetzt kommen wir mit unseren guten Wachstumserwartungen in ganz Europa - und in der Euro-Zone besonders - dahin, wo wir auch hingehören", sagte der LZB-Chef.

AN Konjunkturdaten aus der Euro-Zone wird gegen 12.00 Uhr MEZ die deutsche Industrieproduktion für November erwartet. Von Reuters befragte Analysten rechnen mit einem Zuwachs von 0,3 % zum Vormonat und um 4,7 % im Jahresvergleich.

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