Psychologische Kriegsführung: USA setzen auch auf „Psy-ops"

Psychologische Kriegsführung
USA setzen auch auf „Psy-ops"

Der psychologische Krieg im Irak hat lange vor dem ersten Bombenabwurf begonnen. Die amerikanischen Strategen wollen das irakische Militär nicht nur mit ihrer übermächtigen Militärgewalt einschüchtern. Mit Flugblättern, E-Mails und Radioaufrufen wollen sie Soldaten und vor allem Offiziere, die Saddam Hussein ewige Treue geschworen haben, mürbe machen.

HB/dpa WASHINGTON. Die "Psy-ops", psychologische Operationen, sind schon seit Januar in vollem Gange. Die Botschaften reichen von gut gemeinten Ratschlägen bis zu massiven Drohungen. "Er lebt in Saus und Braus", heißt es unter dem Bild von Saddam Hussein auf einem der Flugblätter, die US-Flugzeuge über dem Irak abgeworfen haben. Ein lächelnder Saddam ist auf einer Art Thron abgebildet. "Und Du kämpfst um das Überleben. Wer braucht Dich mehr: Deine Familie oder das Regime? Geh nach Hause zu Deiner Familie."

"Feuer nicht auf Flugzeuge", heißt es auf einem anderen Flugblatt. "Wenn Du schießt, wirst Du zerstört." Ein weiteres warnt: "Jede Einheit, die sich zum Einsatz von Massenvernichtungswaffen entschließt, wird von der Koalition schwerstens bestraft."

"Die Psy-ops laufen auf Hochtouren", sagt Ex-Admiral Stephen Baker vom Center for Defense Information. "Es ist die kritische Phase, um die Herzen und Gewissen der 25 Mill. Einwohner zu gewinnen."

Nach Angaben des zuständigen Zentralkommandos wurden allein am Mittwoch zwei Mill. Flugblätter im Südosten des Irak abgeworfen. "Die Abwürfe sind Teil unserer Anstrengung, irakisches Leben zu schützen, irakische Angriffe abzuwenden und der Bevölkerung und den Soldaten relevante Informationen zukommen zu lassen", teilte das Zentralkommando mit. Seit Anfang des Jahres flatterten damit 17 Mill. US-Flugblätter auf irakischen Boden.

Die Sondereinheiten für psychologische Kriegsführung haben im Februar auch die E-Mail-Adressen einflussreicher irakischer Kommandeure ausgemacht. Sie versandten vermeintlich anonyme Botschaften, die Zweifel an der Führung Saddam Husseins streuen sollten - der US-Absender war verschleiert.

Die 193. Sondereinheit der für den Luftraumschutz zuständigen Nationalgarde aus Pennsylvania betreibt eine Flotte von Informationsflugzeugen unter dem Namen "Commando Solo". Von Bord können sie die Signale lokaler Fernseh- und Radiosender stören und eigene Programme einspeisen. Im Februar tauchte im irakischen Fernsehen schon einmal kurz ein Bild auf, das Saddam und seine Baath- Parteigänger als böswillige Ratten zeigte. Der Urheber des Signals ist unbekannt, aber keiner zweifelt daran, dass die US-Einheiten technisch zu so etwas durchaus in der Lage wären.

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