Puma, Adidas und Co. weiten ihr Geschäft aus
Sportartikler lassen Anleger frohlocken

Sport und Mode rücken enger zusammen. Davon profitiert die Sportartikelbranche, ihre Modekollektionen sind gefragt. Die Zahlen von Puma, Adidas und Nike können sich sehen lassen. Doch der Ausflug in die Welt der schnellen Modetrends steigert das Risiko für die Anleger.

fas DÜSSELDORF. Konsumschwäche, Börsenflaute, Rezessionsangst. Wer sein Geld zur Zeit in Handel- oder Konsumwerte steckt, muss gute Nerven haben.Vor allem die Markenartikelhersteller spüren gerade nur zu deutlich, wie zugeknöpft die Taschen der Verbraucher sind.

Mitten in diesem trüben Konsumklima überraschen die Sportartikelhersteller mit guten Nachrichten. Der Tenor aus der Turnschuhbranche: von Krise keine Spur.

Beispiel Puma. Der zweitgrößte deutsche Sportartikelhersteller könnte zur Zeit wohl mehr verkaufen, als er produziert. Einst als Billigmarke verschmäht, hat Puma es unter der Regie seines Vorstandsvorsitzenden Jochen Zeitz geschafft zu einer begehrten Modemarke für Jugendliche zu werden. In den ersten sechs Monaten hat Puma so viel verdient wie im ganzen Vorjahr, schon zweimal musste Zeitz sein Wachstumsziel auf nun 40 % nach oben korrigieren. Seit Jahresbeginn hat die Aktie um gut 70 % zugelegt.

Von diesen Wachstumsraten kann der weitaus größere Konkurrent Adidas-Salomon zur Zeit nur träumen, doch auch seine Prognosen können sich sehen lassen. Umsatz und Gewinn sollen 2002 um 5-10 % zulegen und das obwohl der fränkische Sportartikler in diesem Jahr alleine 40 Mill. Euro für die Marketingschlacht bei der Fußball-WM in Japan und Südkorea verbuchen muss. Und auch der US-Turnschuhriese Nike kann mit ordentlichen Zahlen aufwarten. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2000/2001 (Ende Mai) meldete Nike ein Gewinnplus von 28 %. Die Folge: 12 von 14 Analysten haben den Titel auf ihre Kaufliste gesetzt.

Alle drei Sportartikelhersteller haben aus den Krisen der Vergangenheit gelernt. Adidas als auch Puma standen Ende der 80-er Jahre mit dem Rücken zur Wand, Nike musste nach einer Serie von Pannen und Fehleinschätzungen noch im vergangenen Jahr drastische Gewinneinbrüche verkraften. "Das Zeitalter der technischen Neuerungen ist vorbei, Kundendifferenzierung ist Trumpf", sagt Sportartikel-Analyst Volker Herget von der Bankgesellschaft Berlin. Weil die Märkte in Europa und den USA gesättigt sind, sollen neue Modekollektionen bei Adidas, Puma und Nike neue Kundengruppen erschließen.

"Mittelfristig größeres Risiko"

Christoph Rehbach vom Bankhaus HSBC Trinkaus sieht Puma "mittelfristig ein größeres Risiko wegen des starken Life-Style Anteils im Sortiment". Marken, die stark von modischen Trends abhängen, können rasch die Gunst der meist jugendlichen Kundschaft verlieren, warnt Rehbach.

Auch Volker Herget von der Bankgesellschaft Berlin sieht bei Puma "ein langsames Abflachen der stürmischen Entwicklung". Zwar glaubt Herget, dass Puma sein prognostiziertes Umsatzplus von 40 % in diesem Jahr erreichen wird, in den kommenden Jahren wird das Unternehmen aber nur noch Wachstumsraten von unter 10 % erreichen können.

Adidas scheint aus Sicht der Beobachter ein ruhigerer Hafen zu sein als Puma. Gerade einmal 15 % seines Umsatzes macht die Nummer Eins im deutschen Sportartikelmarkt mit Mode. Ansonsten ist Adidas in allen klassischen Sportarten wie Fußball oder Basketball stark vertreten, mit den Marken Tylor Made (Golf) und Salomon (Ski und Bademoden) decken die Franken zudem lukrative Nischenmärkten ab.

Christoph Rehbach von HBSC Trinkaus sieht in den kommenden Monaten durchaus Potenzial nach oben. "Adidas rechnet viele Kosten in Dollar ab und profitiert von daher von den derzeitigen Währungsverhältnissen", so Rebach.

Volker Herget von der Bankgesellschaft verweist zudem auf das wieder anziehende US-Geschäft von Adidas. Im Basketball, Amerikas Volkssport Nummer eins, sei es den Franken erstmalig gelungen, Nike den Rang abzulaufen.

Die derzeitige Konsumschwäche diesseits und jenseits des Atlantiks macht den Beobachtern derweil wenig Sorgen. Schließlich seien bei Sportschuhen Teenager die Hauptkunden, ein krisenfestes Klientel. "Am Taschengeld wird schließlich als letztes gespart", sagt Volker Herget von der Bankgesellschaft Berlin.

Quelle: Handelsblatt

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