P&G weist Kritik zurück
Henkel-Chef: Wella-Angebot noch immer zu niedrig

Das nachgebesserte Übernahmeangebot des US-Konzerns Procter & Gamble (P&G) an die Wella-Vorzugsaktionäre hält Henkel-Chef Ulrich Lehner immer noch nicht für angemessen. "Das zweite Angebot ist immer noch sehr niedrig", sagte Lehner am Donnerstag.

Reuters BERLIN. "Die Aussage vom Wella-Vorstand war, dass der faire Preis zwischen 63 und 79 ? betrage und dieses Angebot liegt bei 65 ?, was eher am unteren Ende ist", ergänzte er in Berlin. "Vielleicht ist das der Grund, warum der Vorstand von Wella das seinen Aktionären nicht empfohlen hat." Lehner bekräftigte, die P&G-Offerte weiter zu prüfen. Gespräche mit dem US-Konsumgüterkonzern habe Henkel bislang noch nicht geführt. Henkel hält 10,38 % der Vorzugs- und 4,99 % der Stammaktien und kann somit ein Herausdrängen ("squeeze out") der Kleinaktionäre bei Wella durch P&G verhindern.

P&G sprach indes von einem ziemlich angemessenen Angebot für Wella und bezeichnete eine vollständige Übernahme des Darmstädter Haarpflegespezialisten als nicht zwingend notwendig.

P&G hatte in einem überraschenden Schritt im März von den Wella-Familienaktionären knapp 78 % der Stammaktien für 92,25 ? je Stück erworben und sich damit die Macht über den Haarpflegekonzern gesichert. Zugleich legte das US-Unternehmen den außen stehenden Vorzugsaktionären zunächst ein Kaufangebot in Höhe von 61,50 ? vor, das später auf 65 ? aufgestockt wurde. Der Vorstand der Wella AG hatte es bislang abgelehnt, seinen Aktionären eine Empfehlung abzugeben, ob sie das Angebot annehmen oder ablehnen sollen. "Diese Entscheidung muss jeder Aktionär selbstverständlich in eigener Verantwortung fällen", betonte Wella-Chef Heiner Gürtler auch auf der Hauptversammlung am Donnerstag in Frankfurt.

Die Offerte hatte unter den Haltern der stimmrechtslosen Papiere wegen der großen Differenz zum Angebot für die Stammaktien großen Unmut hervorgerufen. Aktionäre und ihre Vertreter äußerten auch bei der Wella-Hauptversammlung zum Teil lautstarke Kritik.

Der Westeuropa-Chef von P&G, Paul Polman, sagte am Rande einer Konferenz in Berlin, die vollständige Wella-Übernahme sei nicht notwendig. "Es wäre einfacher, aber wir brauchen das nicht." Zum Fortschritt des Angebotes von P&G an die Wella-Aktionäre wollte Polman keine Angaben machen. "Alle Indikationen, die wir haben, zeigen, dass es in die richtige Richtung geht", sagte er lediglich.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%