Putin auf Staatsbesuch in Vietnam
Russland und Vietnam vertiefen Beziehungen

Reuters HANOI. Russland und das kommunistisch regierte Vietnam haben am Donnerstag in Hanoi eine strategische Partnerschaft vereinbart. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es, Vietnam unterstütze Russlands Ablehnung der US-Pläne für ein nationales Raketenabwehrsystem (NMD). Der russische Präsident Wladimir Putin teilte zudem in Hanoi mit, Vietnam sei am Kauf neuer russischer Waffen interessiert. Beide Seiten wollten auch über eine Ausweitung ihrer Wirtschaftsbeziehungen sprechen.

Putin ist der erste russische Präsident, der Vietnam besucht. Hanoi ist die zweite Station auf seiner Asienreise, auf der er verloren gegangen Einfluss Russlands zurückgewinnen will. Hanoi könne es sich finanziell leisten, russische Waffen zu kaufen, sagte Putin, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Im Rahmen ihres Öl-Joint-Ventures Vietsowpetrow vereinbarten die beiden Länder zudem, ein etwa 100 Quadratkilometer großes Gebiet an der vietnamesischen Südküste zu erforschen. Putin bot Vietnam auch Kredite zur Finanzierung vietnamesischer Wasserkraft-Projekte an. Die Sozialistische Republik Vietnam war während des Kalten Krieges einer der treuesten Verbündeten der Sowjetunion. Nach dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion hatten sich die Beziehungen jedoch abgekühlt.

Russland sucht verbündete gegen US-Raketenabwehrpläne

Vor seinem Besuch in Vietnam hatte Putin in Südkorea bei Präsident Kim Dae Jung um Unterstützung für eine Beibehaltung des ABM-Vertrages zur Beschränkung von Raketenabwehrsystemen geworben. Der 1972 zwischen den USA und der Sowjetunion geschlossene Vertrag wird nach Ansicht Russlands durch die NMD-Pläne der USA verletzt. Die USA begründen NMD damit, dass sie sich gegen mögliche Angriffe aus Staaten wie Irak und Nordkorea verteidigen müssten.
In einem Gegenvorschlag befürwortete Russland vor kurzem eine politische Strategie zum Abbau von Feindseligkeiten und militärischen Bedrohungen.

Nach Angaben des stellvertretenden russischen Ministerpräsidenten Viktor Christenko lösten die beiden Länder während Putins Besuch auch die Frage der verbliebenen vietnamesischen Schulden bei Russland in Höhe von 1,7 Mrd. Dollar (rund 3,6 Mrd. DM). Sie sollen nun über Waren wie Reis und Kaffee und über Reinvestitionen in Vietnam getilgt werden. Im vergangenen September hatten sich beide Seiten auf eine Kürzung der vietnamesischen Schulden aus der Sowjet-Zeit um 85 % und auf eine Tilgungsfrist von 23 Jahren geeinigt.

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