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Putin führt alte Sowjethymne wieder ein

Russland erhält damit spätestens zur Silvesternacht die 1944 zu Zeiten des Diktators Josef Stalin eingeführte Hymne zurück, zunächst ohne Text.

dpa MOSKAU. Die weltbekannte Melodie der alten sowjetischen Hymne erklingt nach neunjähriger Pause als Russlands offizielle Staatshymne. Rechtzeitig vor den Neujahrsfeiern unterzeichnete Präsident Wladimir Putin am Dienstag eine Reihe von Gesetzesvorlagen über die neue Hymne und Staatssymbole Russlands. Offiziell treten die Gesetze mit ihrer Veröffentlichung in der "Rossijskaja Gaseta" in Kraft, die noch in dieser Woche erwartet wird.

Russland erhält damit spätestens zur Silvesternacht die 1944 zu Zeiten des Diktators Josef Stalin eingeführte Hymne zurück, zunächst ohne Text. Der zaristische Doppeladler ist jetzt offizielles Staatswappen. Als Staatsflagge Russlands wurde die weiß-blau-rote Trikolore bestätigt; die Streitkräfte erhalten das blutrote Siegesbanner aus dem Zweiten Weltkrieg - jedoch ohne Stern, Hammer und Sichel - zurück.

Putin ordnete am Dienstag die Gründung einer Sonderkommission an, die ihm zu einem noch nicht genannten Zeitpunkt einen neuen Text für die Hymne vorlegen soll. Die zwölf Mitglieder der Kommission werden von der Duma, dem Föderationsrat, dem Kulturministerium und dem Kreml benannt. Textvorschläge und-Entwürfe können auch von Privatpersonen eingereicht werden.

Die von Putin angeregten Gesetzesvorschläge waren vom Parlament Anfang Dezember im Eilverfahren an einem Tag in allen Lesungen angenommen worden. Kurz darauf erhielten die Vorlagen auch im Föderationsrat, der zweiten Kammer, die für Verfassungsgesetze benötigte Drei-Viertel-Mehrheit der Stimmen.

Die Wiedereinführung der Melodie der Sowjethymne hatte in der Bevölkerung ein geteiltes Echo ausgelöst. Kritiker hatten darin einen Rückfall in totalitäre Zeiten gesehen. Auslöser für die Diskussion über die Hymne waren unter anderem Klagen von Sportlern, sie hätten bei Siegesfeiern "nichts zum Mitsingen". Das bisher als Hymne gespielte "Patriotische Lied" von Michail Glinka, ebenfalls ohne Text, war zudem im ganzen Lande kaum bekannt.

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