Putin sucht in Fernost nach Verbündeten
Russland und China rufen zum Widerstand gegen US-Raketenschild auf

Russland und China bringt nicht nur die Ablehnung des amerikanischen Raketenabwehrprogramms enger zusammmen. Beim Staatsbesuch in Peking vereinbarten Wladimir Putin und Jiang Zemin auch eine Zusammenarbeit im Energiebereich.

dpa/afp/rtr PEKING. Der russische Präsident Wladimir Putin und der chinesische Staats- und Parteichef Jiang Zemin haben am Dienstag in Peking eine Erklärung gegen die amerikanischen Raketenpläne unterzeichnet. Das Wesen des von den USA geplanten Raketenschildes (NMD) bestehe "in dem Streben nach einer einseitigen Vorherrschaft im Militärbereich und in Fragen der Sicherheit", hieß es in der Erklärung, die die amtliche Nachrichten Xinhua in Auszügen verbreitete.

Putin und Jiang Zemin warnten vor einer damit verbundenen Verletzung des ABM-Vertrages von 1972 zur Begrenzung von Raketenabwehrsystemen, die nach ihrer Meinung zu einem neuen Wettrüsten führen könnte. Damit würden die erreichten positiven Tendenzen in der Weltpolitik nach dem Ende des "Kalten Krieges" wieder zunichte gemacht, hieß es weiter.

Um der veränderten Weltlage richtig zu begegnen, müssten eine neue Weltordnung geschaffen und der "willkürliche Einsatz" militärischer Gewalt in der Außenpoltik vermieden werden. Beide Staatschefs kündigten an, in Zukunft auf der internationalen Bühne und im UN Sicherheitsrat - enger zusammenzuarbeiten und sich für die "Multipolarisierung" der Welt einzusetzen. p> Die russischen und chinesischen Delegationen vereinbarten außerdem eine engere Zusammenarbeit im Energiebereich und die gemeinsame Entwicklung eines Schnellen Brüters. China gehört zu den Hauptabnehmern russischen Öls. Russland möchte vor allem den Export von Gas nach China erhöhen. Auf der Tagesordung von Putins zweitägigem Besuch steht auch die Bekämpfung der Kriminalität.

Putin war am Morgen mit militärischen Ehren auf dem Platz des Himmlischen Friedens offiziell empfangen worden. Es ist sein erster Besuch in der Funktion als russischer Präsident in der Volksrepublik. Asien als privilegierter Partner

Bei der Neuausrichtung seiner Außenpolitik hatte Russland Asien vor zwei Wochen als "privilegierten Partner" bezeichnet. Ziel ist, den starken Einfluss der USA in Fernost zurückzudrängen. Am Mittwoch will der russische Präsident nach Nordkorea weiterreisen. Anschließend steht in Japan der G-8-Gipfel der sieben führenden Industrienationen und Russlands auf dem Programm.

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