Quadriga will am 1. Januar in Deutschland mit einem neuartigen Produkt starten
Hedge-Funds gibt es nun auch als Sparplan

Die traditionelle Investmentfondsbranche sieht die neue Konkurrenz ohnehin nicht als Gefahr für das eigene Geschäft an.

FRANKFURT/M. Hedge-Funds nehmen immer stärker die Privatanleger als Zielgruppe ins Visier. Ihr wichtigstes Werbeargument ist, dass sie auch in Zeiten fallender Börsenkurse Geld verdienen können. Das Unternehmen Quadriga plant sogar, den nach eigenen Angaben - soweit überschaubar - weltweit ersten Hedge-Funds-Ansparplan auf den deutschen Markt zu bringen. Aufgrund der saftigen Gebühren und des hohen Risikos raten Fondsexperten Anlegern zur Vorsicht. Die traditionelle Investmentfondsbranche sieht die neue Konkurrenz aber nicht als Gefahr für das eigene Geschäft an.

"Ab dem 1. Januar kommenden Jahres sollten Anleger den Sparplan zeichnen können", sagt Quadriga-Chef Christian Baha. Momentan laufe noch das Genehmigungsverfahren bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin). Die Behörde wollte sich dazu nicht äußern. Laut Baha sollen Anleger bereits ab 100 Euro monatlich am Ansparplan teilnehmen können. Bei den Sparplänen entfällt die - ansonsten bei Quadriga übliche - Mindestanlagesumme von 2 000 Euro. "Die Gebührenstruktur wird beim Sparplan voraussichtlich so aussehen wie bei unserem Genussschein auch", sagt Baha. Bei einer Rate von 100 Euro bedeutet das 7 % Ausgabeaufschlag, 4,8 % Managementgebühr sowie eine 20prozentige Gewinnbeteiligung - von jedem Euro Rendite gehen also noch einmal 20 Cent an Quadriga.

"Das ist enorm hoch", sagt Adriaan Bonauer, Analyst beim Fondsresearchunternehmen Morningstar. Letztlich komme es aber darauf an, was für den Anleger unter dem Strich übrig bleibe. Und bei der Wertentwicklung kann sich das Produkt sehen lassen: Über die vergangenen fünf Jahre hinweg hat der Genussschein eine durchschnittliche jährliche Performance von 29 % erreicht, in diesem Jahr waren es per Ende November 17,5 %. Quadriga setzt auf ein computergesteuertes Trendfolgesystem, das auf rund 100 Terminmärkten nach Ein- und Ausstiegssignalen sucht. So will der Hedge-Fund auch Rendite machen, wenn die Aktienmärkte fallen.

"Anleger sollten aber nicht vergessen, dass sich solche Renditen nur erzielen lassen, wenn man die nötigen hohen Risiken eingeht", sagt Bonauer. Und dann gehe es schnell einmal abwärts bei der Wertentwicklung: So hat der Quadriga-Genussschein im Oktober fast 14 % verloren. "Das Produkt eignet sich eventuell als Beimischung im Portfolio. Investoren müssen aber extrem aufpassen und den Sparplan regelmäßig überprüfen", sagt Bonauer. Ein weiterer Grund zur Vorsicht sei die mangelnde Transparenz des Hedge-Funds, der seine Positionen nicht offen legt; dies ist in dieser Branche weitgehend üblich, weil die Strategien zum Teil auch von der Verschwiegenheit leben. "Es ist schwierig zu sagen, wo ein solches Produkt investiert. Außerdem verstehen es nur die wenigsten Anleger", sagt Bonauer.

Die traditionelle Investmentfondsbarnche fürchtet die Sparplan-Konkurrenz nur wenig: "Das ist, als wenn Sie eine Gaststätte haben und am anderen Ende der Stadt macht auch eine auf", sagt Rolf Drees, Sprecher von Union Investment. Sein Unternehmen erzielt rund 25 % des Fondsabsatzes mit Sparplänen, bei Aktienfonds sind es momentan rund 90 %. "Hedge-Funds haben einen völlig anderen Kundenkreis als herkömmliche Fonds", sagt er. Die Produkte kämen vor allem für Investoren in Frage, die bereits ein größeres Vermögen angesammelt hätten und etwas riskieren wollten. "Sparpläne auf herkömmliche Investmentfonds sind hingegen auch etwas für Kleinanleger, die fürs Alter vorsorgen", sagt Drees. Diese eher vorsichtige Kundengruppe werde Quadriga nicht für sich gewinnen: "Die Sparpläne sind eine pfiffige Idee, aber damit lässt sich kein nennenswerter Absatz erreichen."

Quelle: Handelsblatt

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