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Qualitätsprobleme kosten Ford eine Milliarde Dollar

Qualitätsprobleme bescherten dem US-Automobilhersteller Ford im vergangenen Jahr eine Minderung des Profits um 1 Mrd. US-Dollar.

HB DETROIT. Auf einer Analystenkonferenz, an der auch rund 350 Topmanager von Ford teilnahmen, äußerte Ford-Chef Jacques Nasser mit ungewöhnlich scharfen Worten Kritik an den zahlreichen Pannen, die im vergangenen Jahr die Einführung neuer und überarbeiteter Modelle überschattet hatten. "I am totally pissed off with it" sagte Nasser dem verblüfften Publikum, "dies wird nie wieder vorkommen".

Die scharfen Worte Nassers zeigen, wie sehr Ford die Qualitätsprobleme zu schaffen machen. Allein eine enorme Rückrufaktion von Firestone-Reifen beim Geländewagen "Explorer" hatte Ford Schlagzeilen und Gerichtsprozesse gebracht und bei den Kunden den Glauben an die Sicherheit dieses wichtigen Modells untergraben. Pannen gab es auch bei der Einführung des Kompaktwagens "Focus", beim Sportwagen "Escape" in den USA und der Großraumlimousine "Mondeo". All dies ausgerechnet bei Ford, dessen Werbeslogan jahrelang "Quality Is Job One" hieß und der als erster der drei großen US-Autobauer in den 80er-Jahren die japanischen Methoden zur Qualitätsverbesserung übernommen hatte.

Die Ford-Händler beschweren sich inzwischen laut und stellten zeitweise den Verkauf der betroffenen Modelle ganz ein. "Bei allen neuen Modellen, die in den vergangenen Jahren herausgekommen sind, gab es Probleme" klagt Jerry Reynolds, Ford-Händler aus Dallas und Präsident des dortigen Ford - Händlerverbands. Komplette Lieferungen von Autos habe er nicht verkaufen können. Außerdem müsse man auf die Ersatzteillieferungen viel zu lange warten.

Ford-Autochef James O?Connor führt die Häufung der Qualitätsprobleme im vergangenen Jahr darauf zurück, dass besonders viele neue Modelle eingeführt wurden, während gleichzeitig in Rekordumfang Autos produziert und abgesetzt wurden. "Bei dieser Produktbreite ist das gesamte System überbeansprucht", so O?Connor.

Nun hat Ford seinen Händlern angekündigt, dass 550 zusätzliche Ingenieure für die Qualitätskontrolle abgestellt worden sind.

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