Quarantäne in Australien
Singapur misst Flugpassagieren Fieber

Die lebensgefährliche Lungenkrankheit SARS hat in Singapur, Kanada und China zu weiteren Todesopfern geführt.

dpa/rtr PEKING/ SINGAPUR. In Singapur haben die Behörden zwei weitere Todesfälle durch die mysteriöse Lungenkrankheit SARS gemeldet. Damit sind durch das Schwere Akute Atemwegssyndrom (SARS) in dem tropischen Stadtstaat bislang acht Menschen ums Leben gekommen, wie am Montag offiziell mitgeteilt wurde. Regierungschef Goh Chok Tong sagte unterdessen wegen der Gefahr durch SARS eine Reise nach China ab.

Im Kampf gegen die Lungenkrankheit verschärfte Singapur seine Schutzmaßnahmen weiter. Allen ankommenden Flugpassagieren aus Gebieten mit SARS-Fällen soll künftig die Temperatur gemessen werden, wie die Singapurer Zeitung "Straits Times" meldete. Menschen mit Fieber könnten Träger der Lungenkrankheit sein. Die Temperatur sei ein guter Indikator, wird Regierungschef Goh zitiert.

In dem tropischen Stadtstaat sind derzeit 106 SARS-Fälle bekannt. Etwa 1000 Menschen wurden vorsorglich zu Hause unter Quarantäne gestellt, nachdem sie mit Trägern der Krankheit Kontakt hatten. Im besonderes stark betroffenen Hongkong erhöhte sich die Zahl der Infizierten nach Behördenangaben binnen 24 Stunden um 41 auf fast 900.

Kanada verzeichnete am Wochenende sein neuntes SARS-Opfer. In China erhöhte sich die Zahl der SARS-Opfer auf 53, mehr als 1200 gelten dort als infiziert, wie es im staatlichen Fernsehen hieß.

Zahl der Toten und Kranken in China steigt - mehr als zugegeben?

Die Zahl der Toten und Erkrankten durch die asiatische Lungenentzündung in China steigt weiter täglich. Es könnten sogar wesentlich mehr sein, als bislang offiziell eingeräumt. Bisher sind etwa in Peking nur 19 Kranke und 4 Tote durch SARS registriert. Bei Nachfragen in verschiedenen Pekinger Krankenhäusern räumten Beschäftigte aber schon mindestens 5 Tote ein. Die meisten Kliniken verweigerten eine Auskunft, doch bestätigten allein vier, dass sie SARS-Fälle hätten. Während die Regierung beteuert, dass alle Erkrankungen "importiert" seien, berichtete ein Arzt, wie in seinem Krankenhaus allein drei Mitarbeiter durch einen Patienten angesteckt worden seien.

Das Gesundheitsministerium teilte am Montag mit, dass in China erneut zwei Menschen an dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom (SARS) gestorben seien. Damit steigt die Zahl der Toten in dem Land offiziell auf 53. Auch wurden 21 Kranke mehr registriert, so dass die Zahl jetzt bei 1247 liegt.

Nach dem Tod eines Finnen in Peking am Sonntag wurde das Tayuan- Bürogebäude, in dem der 53-jährige Mitarbeiter der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) vorübergehend gearbeitet hatte, abgeriegelt. Diplomaten, die auch in dem Hochhaus arbeiten, berichteten, sie dürften nicht mehr in ihre Büros. Mehrere Länder und das UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) haben Büros oder auch Visaabteilungen in dem Haus.

Quarantäne in Australien verfügt

Australien verfügte indes eine Quarantäne-Pflicht für SARS und stufte die Krankheit damit so gefährlich ein wie Cholera und Pocken.

Erster Fall in Portugal

Auch in Portugal gibt es jetzt einen ersten SARS-Fall. Bei der Infizierten handele es sich um eine Frau, die zuvor in Hongkong auf Reisen gewesen war, berichtete die Zeitung "Diário de Notícias" am Montag. Sie liege bereits seit zehn Tagen in einem Lissabonner Krankenhaus, bestätigte der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes, Francisco George. Die Patientin sei aber auf dem Weg der Besserung und könne in den nächsten Tagen entlassen werden.

Es handele sich um einen isolierten Fall, sagte George der Zeitung. Es sei nicht damit zu rechnen, dass die Frau andere Menschen infiziert habe. Die portugiesischen Behörden hätten den Fall der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeldet.

Weltweit starben bislang mehr als 90 Menschen an der gefährlichen Form der Lungenentzündung, mehr als 2600 Personen haben sich mittlerweile angesteckt. Erstmals trat die Krankheit vermutlich im vergangen November in der südchinesischen Provinz Guangdong auf, von wo aus sie sich zunächst vor allem ins angrenzende Hongkong verbreitete. Flugreisende aus Asien brachten die Krankheit schließlich unter anderem auch nach Europa.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%