Quartals-Zahlen
Commerzbank kehrt in Gewinnzone zurück

Die Commerzbank ist im ersten Quartal 2002 vor allem auf Grund von Kostensenkungen in die Gewinnzone zurückgekehrt, blieb jedoch deutlich unter den Zahlen der ersten drei Monate 2001.

Reuters FRANKFURT. Die Aktie gab in einem festeren Gesamtmarkt nach. Zins- und Provisionsüberschuss seien bei gleichzeitig gestiegener Risikovorsorge im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, teilte die Bank am Mittwoch mit. Allerdings zeigte sich der Vorstand zuversichtlich, dass die Kosten im laufenden Jahr auf das Niveau von 2000 sinken könnten. Analysten sagten, auch wenn die Zahlen weitgehend im Rahmen der Erwartungen lägen, sei die Bank noch nicht über den Berg.

Das Vorsteuerergebnis im Commerzbank-Konzern lag in den ersten drei Monaten bei 153 Millionen Euro nach 323 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Reingewinn belief sich den Angaben zufolge auf 72 (VJ: 176) Millionen Euro und lag damit etwas unter den Erwartungen von Analysten. Diese hatten im Schnitt mit 84 Millionen gerechnet. Im vierten Quartal 2001 hatte das Geldhaus vor Steuern vor allem wegen hoher Restrukturierungskosten noch einen Verlust von 247 Millionen Euro ausgewiesen. Die Eigenkapitalrendite gab die Bank für das erste Quartal mit 2,5 Prozent nach 0,9 Prozent für das Gesamtjahr 2001 an, die Aufwandsquote mit 77,5 Prozent.

"Es ist schon eine Verbesserung, aber es ist auch nicht außerordentlich", sagte Analyst Konrad Becker von Merck Finck & Co in München. "Eine Eigenkapitalrendite von 2,5 Prozent entspricht einem Sparbuch." Wenig überrascht zeigte sich Derek Chambers von HSBC Securities in London: "Das Unternehmen hatte bereits gesagt, wo es ungefähr liegen würde, und auch die Zahlen für die Risikovorsorge genannt. Da war wirklich nicht viel Raum für große Überraschungen." Commerzbank-Chef Klaus Peter Müller hatte im April einen Vorsteuergewinn von rund 150 Millionen Euro für das erste Quartal und eine Risikovorsorge von rund einer Milliarden Euro für das Gesamtjahr genannt.

Zuversicht für Pläne zur Kostensenkung

Fortschritte hat die Bank eigenen Angaben zufolge vor allem bei den angekündigten Einsparungen gemacht. Den Verwaltungsaufwand bezifferte das Geldhaus für das erste Quartal mit 1,398 (Vorjahr: 1,43) Milliarden Euro. "Die ersten Monate dieses Jahres bestätigen, dass unsere im vergangenen Sommer beschlossenen Maßnahmen zur Senkung der Kosten greifen", teilte der Vorstand in seinem Zwischenbericht mit. Die Bank sei zuversichtlich, ihr Ziel zu erreichen, die Kosten 2002 auf das Niveau des Jahres 2000 zu senken. Damals hatte die Commerzbank in diesem Bereich einen Betrag von 5,47 Milliarden Euro ausgewiesen. Im vergangenen Jahr lagen die Kosten bei 5,58 Milliarden Euro.

Operativ verzeichnete die Bank im Vergleich zum Vorjahr größtenteils Rückgänge. Der Zinsüberschuss ging zu Jahresbeginn auf 873 (888) Millionen Euro zurück. Der Provisionsüberschuss verringerte sich auf Grund des schwachen Börsenumfeldes um 6,2 Prozent auf 575 (613) Millionen Euro, das Handelsergebnis stieg dagegen leicht auf 313 (312) Millionen Euro. Die Risikovorsorge erhöhte die Bank auf 254 (152) Millionen Euro.

Der Vorstand bestätigte im Zwischenbericht frühere Aussagen Müllers, dass für das Gesamtjahr ein Betrag von rund einer Milliarde Euro eingeplant sei. "Denn auch wenn sich im Jahresverlauf die Konjunktur belebt, so wird die Zahl der Insolvenzen in unserem Kernmarkt noch einige Zeit weiter steigen", hieß es im Zwischenbericht. Analyst Becker sagte, er sehe das Problem, dass ein großes Einzelrisiko die Anstrengungen der Bank zur Ertragsverbesserung nachhaltig beeinträchtigen könne.

Weiter teilte das Geldhaus mit, dass der Bereich Private Banking von Juni an als eigenständiges Geschäftsfeld geführt werde. Außerdem werde es ab Mitte des Jahres eine neue Stabsabteilung "Financial Controlling" geben. Die Commerzbank-Aktie, die zwischenzeitlich knapp ein Prozent nachgegeben hatte, notierte am Mittag noch mit 0,21 Prozent im Minus bei 19,31 Euro. Der Deutsche Aktienindex Dax notierte zur gleichen Zeit mit 1,49 Prozent im Plus.

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