Quartalsbericht ist kritischer
Blix sieht mehr aktive Kooperation

Uno-Chefinspekteur Hans Blix hat dem Irak bescheinigt, "derzeit sehr aktiv" mit den Waffeninspekteuren zu kooperieren. Er werde die positive Entwicklung in der kommenden Woche in seinem mündlichen Bericht an den Weltsicherheitsrat zum Ausdruck bringen, erklärte Blix am Freitag vor Journalisten in New York.

HB/dpa NEW YORK. Dagegen heißt es in dem schriftlichen Quartalsbericht von Blix noch: "Der Irak hätte sich mehr anstrengen können, noch verbliebene verbotene Gegenstände zu finden oder glaubhafte Beweise für das Nicht-Vorhandensein dieser Dinge zu zeigen."

Das 16-seitige Dokument sollte dem Weltsicherheitsrat noch am Freitagabend vorgelegt werden. Es berücksichtigt den Zeitraum vom 1. Dezember bis zum 28. Februar und ist als "zwölfter Quartalsbericht des Vorsitzenden der Uno-Waffenkommission UNMOVIC gemäß Paragraf 12 der Sicherheitsratsresolution 1284 (1999)" gekennzeichnet.

Blix räumte Stunden vor der offiziellen Einbringung des Berichts ein, dass dieser weniger positiv ausgefallen sei. "Jeder Bericht ist eine Momentaufnahme der Situation im jeweils beschriebenen Zeitraum", sagte Blix. Wenn sich die Situation ändere, falle auch sein Bericht anders aus. Der letzte schriftliche Bericht sei vor mehreren Tagen verfasst worden. "Angesichts veränderter Realitäten ändert sich auch meine Darstellung", sagte der Chefinspekteur.

Auf der letzten Seite des Quartalsberichts heißt es: "Erst Mitte Januar und danach hat der Irak eine Reihe von Schritten unternommen, die zur Bereitstellung verbotener Gegenstände oder Vorräte zur Zerstörung führen könnten oder auch zur Vorlage wichtiger Beweise für die Aufklärung ungelöster Abrüstungsfragen." Es sei kaum zu verstehen, warum Bagdad inzwischen eingeleitete Maßnahmen nicht früher vorgenommen habe. "Sie hätten in der Zwischenzeit schon Früchte tragen können", heißt es in dem Bericht weiter.

Bagdad würde nach Bewertung von Blix "echte Abrüstung" betreiben, wenn es der Uno-Forderung nach Zerstörung seiner Raketen vom Typ Al Samoud 2 jetzt nachkommt. Bagdad hatte der Zerstörung in einem am Donnerstag in New York vorgelegten Brief "im Prinzip" zugestimmt. Der irakische Präsidentenberater Amir el Saedi macht darin klar, dass die Zustimmung "gegen unsere Überzeugung" erfolgt. Blix sagte dazu, er habe noch in der Nacht zum Freitag schriftlich nachgefragt, was Bagdad mit dem Ausdruck "im Prinzip" meine.

Der UNMOVIC-Chef gab sich zuversichtlich, dass die irakische Führung sich an ihr Wort halten und die Zerstörung aller Raketen mit einer größeren als der erlaubten Reichweite von 150 Kilometern nachkommen werde.

"Sie haben erklärt, dass sie im Prinzip zustimmen und morgen (Samstag) mit der Vernichtung beginnen", sagte Blix. "Das heißt, morgen Abend wissen wir mehr." Einzelheiten über den Prozess der Zerstörung würden derzeit zwischen New York und Bagdad besprochen.

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