Quartalsbericht zum Wegwerfen
Analysten warten bei Yahoo auf Zeichen der Besserung

Dass der Vorreiter der Internetbranche am Mittwoch einen enttäuschenden Geschäftsausweis für das erste Quartal vorlegen wird, ist seit Anfang März erkennbar. Analysten interessieren sich deshalb mehr für den Ausblick für das Gesamtjahr.

vwd NEW YORK. Dass der Vorreiter der Internetbranche Yahoo! Inc, Santa Clara, am Mittwoch einen enttäuschenden Geschäftsausweis für das erste Quartal vorlegen wird, ist seit Anfang März erkennbar. Zum ersten Mal, so ließ der US-Portalbetreiber damals verlauten, werde der Quartalsumsatz hinter dem des Vorjahres zurückbleiben. Mit 27 % läßt sich der Rückgang des Umsatzes gegenüber ursprünflichen Schätzungen der Analysten beziffern - 170 Mill. bis 180 Mill. $ nach 230,8 Mill. $ 1999. Das wirft aus Analystensicht vor allem die Frage auf, wie Yahoo! künftig ihre Einkommensbasis verbreitern will. Denn der Umsatzeinbruch ist deutlich eine Folge des sich abschwächenden Online-Werbemarktes, von dem Yahoo! übermäßig abhängig ist.

Von einem Quartalsbericht zum Wegwerfen spricht denn auch Analyst Arthur Newman von ABN Amro. Yahoo! geht lediglich vom Erreichen der Gewinnschwelle vor ao Posten und Goodwill aus, nachdem Analysten zuvor 0,05 $ je Aktie geschätzt hatten. Das legt den Schluss nahe, dann nach ao Posten sogar mit einem Verlust zu rechnen ist. Analyst Newman interessiert sich deshalb wie etliche seiner Kollegen mehr für die Ausblick für das Gesamtjahr und ob das Yahoo! -Management bereit ist, einen solchen zu geben. Bei Ankündigung der Umsatzwarnung Anfang März gab es den Willen dazu zumindest noch nicht.

Von Interesse ist aus Sicht der professionellen Beobachter auch, ob der Branchenvorreiter erstmalig Kündigungen unter seiner 3.261-köpfigen Belegschaft per Ende Dezember verkünden wird, um die Kostensituation in den Griff zu bekommen. Vergleichbare Gesellschaften wie Excite Corp und Inktomi Corp haben das bereits getan. Analyst Derek Brown von W.R. Hambrecht spricht angesichts des Abwärtstrends im Online-Geschäft von einer hohen Wahrscheinlichkeit, dass Yahoo! an der Mitarbeiterliste den Rotstift ansetzen wird. Fred Moran von Jefferies & Co hält es sogar für fair, über einen zehnprozentigen Stellenabbau zu spekulieren. Einfach, weil der geringere Umsatz die gegenwärtige Kostenstruktur nicht trägt, wie er sagt.

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