Quartalsergebnis gegenüber Vorjahr unverändert - Keine Prognose für 2003
Holsten stellt sich auf Aldi ein

Die fünftgrößte deutsche Brauereigruppe Holsten hat mit einem Dosenanteil von 45 % besonders unter der Einführung des Zwangspfandes gelitten. Da Mehrweggebinde die Lücke nicht ausfüllen, startet Holsten im August mit der Abfüllung in Plastikflaschen aus PET. Großkunde Aldi hat sich festgelegt.

beu HAMBURG. Die Entscheidung von Deutschlands führendem Discounter Aldi, bei Einweggetränken auf die PET-Flasche zu setzen, hat die Holsten Brauerei AG, Hamburg, aktiv werden lassen. Das Unternehmen hat im Werk Braunschweig 7 Mill. Euro in eine Anlage investiert, die aus Polyethylenterephthalat (PET) 0,5 l-Bierflaschen bläst. Die Kapazität ist auf 500 000 hl pro Jahr ausgelegt. Ab August sollen hier die Marken Holsten Pilsener, Lübz, Feldschlösschen und König abgefüllt werden. Der Grund: Die Auslistung aller Dosenbiere bei Aldi nach der Einführung des Zwangspfandes für Einweggetränke hat Holsten seit Jahresanfang hart getroffen.

Das Zwangspfand lässt den Absatz von Bier in Einwegverpackungen in diesem Jahr um 50 bis 60 % einbrechen, ahnt Holsten-Vorstandsvorsitzender Andreas Rost. Diese Einbußen können durch die leichten Mengensteigerungen bei Mehrweggebinden nicht kompensiert werden. Der Dosenanteil von Holsten ist seit dem Zwangspfand von zuvor 45 % auf 25 % abgesackt. Einzelne Sorten mussten Einbußen um 70 % hinnehmen. Holsten pufferte dies im Februar und März durch Kurzarbeit für 650 Mitarbeiter ab.

Das Einweg-Pfand und der in diesem Jahr erwartete Rückgang des Bierabsatzes in Deutschland um 9 bis 10 % oder 9 bis 10 Mill. hl lassen Rost auch mit einer Prognose für das Gesamtjahr vorsichtig sein. Die mit 10,22 Mill. hl Bier und 4,14 Mill. hl alkoholfreien Getränken größte deutsche Braugruppe arbeite daran, wieder ein zufriedenstellendes Ergebnis und eine Dividende sicherzustellen, meint er. Holsten-Finanzchef Horst Bülck ergänzt: "Um eine Dividende von 0,45 Euro zu zahlen, benötigt Holsten 6,2 Mill. Euro Jahresüberschuss." Im Jahr 2002 hatte Holsten bei 834 Mill. Euro Umsatz (+2,6 %) einen Jahresüberschuss von 10,4 Mill. Euro ausgewiesen.

Immerhin erwartet Holsten im ersten Quartal ein gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum unverändertes Ergebnis - trotz eines mit 1,9 Mill. hl um gut 9 % niedrigeren Bierabsatzes in In- und Ausland. Dank der stabilen Erträge steht die Hansa Brunnen AG laut Rust nicht mehr zum Verkauf. Unter ihrem Dach hat Holsten das gesamte Geschäft mit alkoholfreien Getränken gebündelt. Nach dem Erwerb von 80 % der Landskron Brauerei in Görlitz Anfang des Jahres stehe derzeit keine Akquisition an, meinte Rost. Unverändert strebe die Gruppe 15 % Marktanteil an. Derzeit sind es 9,4 % (2002: 8,5).

Nach Rosts Angaben, steht Großaktionär Christian Eisenbeiss (48,4 %) zu Holsten und wolle seine Anteile nicht verkaufen. Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe hält Eisenbeiss dagegen für einen Finanzinvestor, der seine Verkaufschance bei einem guten Angebot nutzen dürfte.

Quelle: Handelsblatt

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