Quartalsergebnis
Goldman-Sachs: 5 Prozent müssen gehen

Die Fusionsflaute drückt auf den Quartalsgewinn der Investmentbank. Zwar war der Einbruch nicht so scharf wie erwartet, dennoch müssen rund 5 Prozent der Banker ihren Schreibtisch räumen.

dpa/vwd NEW YORK. Die Flaute bei Fusionen und Übernahmen hat der US-Investmentbank Goldman Sachs das Geschäft verhagelt. Der Nettogewinn sackte im ersten Quartal (bis 22. Februar) des laufenden Geschäftsjahres um 32 Prozent auf 524 Millionen $ (rund 589 Millionen Euro) oder 98 Cent je Aktie. Damit fiel der Einbruch aber nicht so heftig aus, wie von Analysten erwartet.

Fünf Prozent Personalabbau im laufenden Jahr

Die Investmentbank will ihren Personalbestand nach den Worten ihres CFO im laufenden Jahr wahrscheinlich um 5 Prozent verringern. "Ich schätze, dass die Belegschaft bis Ende 2002 im mittleren einstelligen Prozentbereich reduziert sein wird", sagte CFO David Viniar am Dienstag während eines Conference Call. Seine Einschätzung basiere darauf, dass sich das gegenwärtige Marktumfeld nicht verändere. Eine plötzliche Verbesserung oder auch Verschlechterung am Markt könne zu weiteren Anpassungen bei der Personalplanung führen.

Goldman Sachs schloss das erste Quartal mit einem Mitarbeiterbestand von 22 136 Personen ab, 2 Prozent weniger als noch zum Ende des vierten Quartals am 30. November 2001. Im Vergleich zum Vorjahresquartal betrug der Rückgang 4 Prozent. Viniar wollte sich nicht zu Regionen oder Geschäftsbereichen äußern, in denen die Stellenkürzungen vorgenommen wurden. Analysten gehen jedoch vom Bereich Investmentbanking aus.

"Derzeitiges Geschäftsumfeld "anspruchsvoll"

Goldman Sachs sieht das derzeitige Geschäftsumfeld trotz der jüngsten ermutigenden Wirtschaftsdaten als "anspruchsvoll". "Eine Schwäche an den Kapitalmärkten, die aus der Erosion des Vertrauens bei Unternehmern wie Anlegern herrührt, hat die Aktivitäten in einigen unserer wichtigsten Geschäftsbereiche gedämpft", wird Henry Paulson, Chairman und CEO von Goldman Sachs in der Mitteilung des Unternehmens vom Dienstag bei der Vorlage der Erstquartalszahlen zitiert. Die US-Investmentbank übertraf im ersten Quartal ihres Geschäftsjahres 2001/02 (per 30.11.) die Gewinnerwartung je Aktie der von Thomson Financial/First Call befragten 17 Analysten um 0,09 $. Während der vergangenen zwei Monate hatten verschiedene Analageberater ihre Ergebnisschätzungen zu Goldman Sachs gesenkt.

Die operativen Ausgaben wurden nach Angaben der US-Finanzgruppe im Berichtszeitraum um 21 Prozent auf 2,76 (3,47) Mrd. $ reduziert. Ferner behalte Goldman Sachs die enge Kostenkontrolle bei, hieß es. Als Hauptursache für den um 32 Prozent niedrigeren Nettogewinn als im Vorjahr nannte das Institut die stark gesunkenen Einnahmen in den Bereichen Investmentbanking und Wertpapierhandel.

Goldman Sachs kündigte die Zahlung einer Quartalsdividende von 0,12 $ an. Geleistet werde sie am 30. Mai auf den Aktionärsstatus vom 30. April, hieß es.



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