Quartalsergebnis verdoppelt
Bei Hochtief sind erneut 700 Stellen bedroht

Der Essener Baukonzern Hochtief blickt trotz der schwachen Baukonjunktur in Deutschland zuversichtlich auf das Geschäftsjahr 2001. Vor allem durch Zuwächse im Auslandsgeschäft wolle das mehrheitlich zum RWE-Konzern gehörende Unternehmen ein «zufrieden stellendes» Ergebnis erzielen, sagte Hochtief - Vorstandschef Hans-Peter Keitel am Mittwoch bei der Hauptversammlung in Essen.

dpa ESSEN. Auch für das Inland werde ein ausgeglichenes Ergebnis angepeilt. Im Geschäftsjahr 2000 hatte sich der Jahresüberschuss des Konzerns auf 127 Millionen Euro nahezu halbiert.

Nach einem Bericht der «Westdeutsche Allgemeine Zeitung» (Donnerstagausgabe) will Hochtief allerdings bundesweit erneut 600 bis 700 Arbeitsplätze abbauen. Eine Unternehmenssprecherin habe dies bestätigt, berichtete die Tageszeitung. Seit 1996 habe Deutschlands größter Baukonzern im Inland bereits 6.000 Stellen gestrichen.



Im ersten Quartal 2001 steigerte Hochtief das betriebliche Ergebnis nach eigenen Angaben um 86,5 Prozent auf 10,4 Millionen Euro (20,3 Mio DM), wobei sich die Einbeziehung des australischen Bauunternehmens Leighton Holdings Limited positiv auswirkte. Die Auslandsleistung werde in diesem Jahr nochmals leicht ansteigen und voraussichtlich etwa 80 Prozent der Gesamtleistung ausmachen, sagte Keitel. «Unsere internationalen Standbeine machen uns unabhängiger von nationalen Konjunkturzyklen.» Keitel sprach sich trotz der «unverändert katastrophalen Lage» am deutschen Bau gegen das vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie ins Gespräch gebrachte Notkartell aus.



Im Zeitraum von Januar bis April steigerte der größte deutsche Baukonzern die Bauleistung im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Einem Rückgang von rund 10 Prozent im Inland stand dabei ein Zuwachs im Ausland von 27 Prozent gegenüber. Der Auftragseingang erhöhte sich um 6,6 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro.



Die Hauptversammlung stimmte einer Umstrukturierung des Baukonzerns zu. Zukünftig werden die beiden Geschäftsfelder Building (Hochbau) und Civil (Tief- und Ingenieurbau) in eine eigenständige Aktiengesellschaft ausgegliedert. Die Hochtief AG wird zur strategischen Management-Holding. Das neue Unternehmen Hochtief Construction AG mit Sitz in Essen nimmt als hundertprozentige Tochterfirma rückwirkend zum 1. Januar 2001 seine Arbeit auf. «Weder ein Börsengang der Construction AG noch eine Trennung vom deutschen Baugeschäft ist geplant», sagte Keitel.



Trotz des schwachen Kurses der Aktie zeigten sich die Aktionäre zufrieden mit der Entwicklung des Hochtief-Konzerns, wozu auch die angekündigte Erhöhung der Dividende um 10 Cent auf 0,85 Euro beitrug. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte das Papier nahezu die Hälfte an Wert verloren. Die Zukunft der Hochtief AG im RWE-Konzern kommentierte der Hochtief-Aufsichtsvorsitzende und RWE-Chef Dietmar Kuhnt mit den Worten: «Es gibt derzeit keine konkreten Verkaufspläne.»

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