Quartalsergebnisse am 13. November
CS Group sieht schwaches drittes Quartal

Die Credit Suisse Group rechnet mit einem schwachen Resultat im dritten Quartal 2002. Der Konzern machte damit am Mittwoch offiziell, was der designierte Co-Chairman, Oswald Grübel, schon vor einiger Zeit in einer Publikation angedeutet hatte.

Reuters ZÜRICH. Die Versicherungstochter Winterthur wird einen deutlichen Reinverlust ausweisen. Bei der Investmentbank Credit Suisse First Boston ist ein operativer Verlust zu erwarten. Und das Private Banking wird einen Gewinnrückgang unter anderem wegen einmaliger Restrukturierungskosten im Zusammenhang mit der European Financial Services Initiative zu verdauen haben. Lediglich das Schweizer Firmen- und Privatkundengeschäft werde weiterhin ein gutes Ergebnis erzielen.

Diesen Überblick über die Geschäftseinheiten legte die CS Group in einer Mitteilung vor, in der sie die erwartete neue Kapitalspritze für die Tochter Winterthur in Höhe von zwei Mrd. sfr ankündigte. Die Quartalsergebnisse werden am 13. November veröffentlicht.

Jahresabschluss noch offen

Was das für den Jahresabschluss bedeutet, liess CS offen. Eine ganze Reihe von Analysten rechnen den vorliegenden Prognosen zufolge noch mit einem Ergebnis in der Nähe der Gewinnschwelle. Doch andere wie etwa Claudia von Türk von der Bank Pictet erwarten einen Jahresverlust, der etwa bei einer Mrd. sfr liegen könnte. Dies im Vergleich zu einem Reingewinn von doch noch 1,6 Mrd. sfr 2001. Die Zürcher Kantonalbank rechnet mit einem Verlust von 14 Rappen je Aktie. Der Analyst Georg Kanders von WestLb Panmure prognostiziert CS einen Jahresverlust von rund 2,2 Mrd. sfr. Für das dritte Quartal allein ging er von einem Minus von 1,6 Mrd. sfr aus.

Dass Konzernleiter Lukas Mühlemann per Ende Jahr ganz aus der CS Group ausscheidet, könnte dafür sprechen, dass 2002 für den Konzern mit einem schlechten Resultat zu Ende geht - und die neue Führung nach Mühlemanns Abgang so manchen zusätzlichen Aufwandsposten im Zuge eines Grossreinemachens in die ohnehin schon schlechte Rechnung packen wird.

Im zweiten Quartal verzeichnete die Gruppe einen Reinverlust von 579 Mill. sfr. Das dritte Quartal dürfte noch etwas schlechter ausfallen. Wenn die Verluste im vierten Quartal reduziert werden können und etwa knapp 400 Mill. sfr erreiche, dann könnte der Gewinn des ersten Quartals diesen Posten wettmachen und der Jahresverlust wäre etwas höher als eine Mrd. sfr.

Verschlechterungen waren zu erwarten

Nach Ansicht von ZKB-Analysten Christoph Ritschard waren die Verschlechterungen angesichts der Crash-artigen Entwicklung an den Finanzmärkten zu erwarten gewesen. Eine Überraschung seien lediglich die Rückstellungen bei den Financial Services. Erwartet wurde auch die Kapitalspritze für die Winterthur.

Mit dem Geld, das aus der Holding-Kasse stammt und so die Bankgeschäfte nicht berührt, wurde die Kapitalbasis verstärkt. Entsprechend der Marktentwicklung seien weitere Massnahmen zur Verbesserung des Solvabilitätskapitals der Winterthur geplant, hiess es weiter. Die Gesellschaft ist mit ihrer Kapitalknappheit nicht allein. Rentenanstalt/Swiss Life und Zurich Financial Services sind derzeit dabei, Kapitalerhöhungen in Milliardenhöhe vorzunehmen. Auch wenn die Winterthur im Moment für die CS mehr Last als Lust darstellt, soll die Gesellschaft nicht verkauft werden. Ein Verkauf stehe im Moment nicht zur Diskussion, sagte ein CS-Sprecher auf Anfrage. Die 1997 übernommene Winterthur sollte ein Gewinn-stabilisierender Faktor innerhalb des Konzerns sein.

Dass die Investmentbank CSFB nach einem operativen Gewinn von 371 Mill. sfr im zweiten Jahresviertel für das dritte Quartal wieder einen operativen Verlust ausweisen wird, dürfte John Mack, dem neben Grübel designierten Co-Chairman, den Start an der Konzernspitze nicht erleichtern.

Etwas besser stellt sich die Lage offenbar beim Nachbarkonzern UBS dar. John Costas, der Chef des Investmenbank-Arms UBS Warburg, rechnet zwar auch mit einer längeren Durststrecke. Einen grössere Stellenabbau solle es bei UBS Warburg aber nicht geben, sagte er.

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