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Quartalsergebnisse belasten Wall Street

Die Wall Street hat am Dienstag eine Fülle von Quartalsergebnissen zu verdauen. Der Dow Jones rutscht über 1,1 Prozent ins Minus. Der Nasdaq Index entfernt sich weiter von der psychologisch wichtigen 2000 Punkte-Marke und büßt fast ein Prozent ein.

Enttäuschende Resultate vor allem auf dem Telekommunikationssektor belasten die Märkte. Telekommunikationsausrüster Lucent Technologies und Telefondienstleister AT&T mussten im vergangenen Quartal sowohl Gewinn- als auch Umsatzrückgänge hinnehmen. Ölkonzern Exxon Mobil enttäuschte die Gewinnerwartungen der Analysten.

Gleichzeitig liefert Notenbank-Chef Alan Greenspan in seiner Rede vor dem Finanzausschuss in Washington wenig neue Impulse. Der Notenbankhäuptling bekräftigt in seinem Rechenschaftsbericht zum Stand der US-Konjunktur und Geldpolitik, dass die reduzierten US-Leitzinsen und die Steuerpolitik von US-Präsident George W. Bush zur einer Konjunkturerholung bis Ende des Jahres beitragen werden. Ein erhöhtes Inflationsrisiko sieht "Big Al" trotz Steuersenkungen und reduzierter Zinsen jedoch nicht.

Den Dow Jones Index belasten vor allem die Kursverluste von 3M, Alcoa und Exxon Mobil. Der Ölkonzern Exxon Mobil verliert an Wert, nachdem das Unternehmen im vergangenen Quartal statt der erwarteten 66 Cents pro Aktie lediglich 64 Cents erwirtschaftet hat. Für einen geringen Ausgleich im Dow Jones Index sorgen die Kursgewinne bei McDonald´s. Die größte Restaurantkette der Welt konnte die Analystenerwartungen mit einem Gewinn von 34 Cents pro Aktie erfüllen. Der Vorstand hält an den Gewinnprognosen für das Gesamtjahr fest. McDonald's plant das Japangeschäft separat an die Börse zu bringen. Die Aktie notiert zwei Prozent im Plus.

Schlechter ist es dagegen heute um den Telekommunikationssektor gestellt. Lucent Technologies büßte fast 17 Prozent an Wert ein, nachdem der größte US-Hersteller von Telekom-Technologie im dritten Quartal tiefer in die roten Zahlen rutschte. Der Umsatz ging um 1,6 Milliarden Dollar zurück. Das Unternehmen will 15 000 bis 20 000 Stellen abbauen. Dividendenzahlungen wird es für Lucent-Aktionäre vorerst nicht geben. Umstrukturierungskosten von 1,2 Milliarden Dollar und außerordentliche Kosten von sieben bis neun Milliarden Dollar werden das laufende Quartal belasten.

Auch Nextel, der fünftgrößte Mobilfunkbetreiber in den USA, baute im zweiten Quartal den Verlust aus und erwirtschaftete einen höheren Fehlbetrag als von Analysten erwartet. Dass das Unternehmen den Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um ein Drittel auf 1,88 Milliarden Dollar steigern konnte, nützt der Aktie heute wenig. Im Sog von Lucent Technologies rutscht die Aktie ebenfalls über sechs Prozent ins Minus.

AT&T steht auf der Verliererliste der Dow Jones Werte. Der Gewinn des Telefonriesen ging im vergangenen Quartal um satte 91 Prozent zurück. Der harte Wettbewerb und der scharfe Preiskampf im Bereich der Ferngespräche sind der Grund für das enttäuschende Quartalsergebnis, erklärt das Management. AT&T verliert im Handel über zwei Prozent. Die schlechten Nachrichten ziehen Worldcom mit ins negative Terrain.

Nach anfänglichen Verlusten kann sich die Aktie von Texas Instruments erholen. Der Chiphersteller, der rund zwei Drittel der Chipnachfrage auf dem Mobilfunksektor bedient, muss wegen sinkender Umsatzzahlen im zweiten Quartal einen Verlust ausweisen. Im dritten Quartal soll der Umsatz im Vergleich zum vergangenen Quartal um zehn bis 15 Prozent zurück gehen. Hoffnungsschimmer für den Chip-Sektor: Die Nachfrage hat sich in den vergangenen Wochen im Mobilfunksektor leicht erholt, sagt zumindest Texas Instruments CFO Bill Aylesworth. Salomon Smith Barney, Bear Stearns und Dresdner Kleinwort bestätigen die Aktie mit "kaufen". Die Aktie von Texas Instruments tendiert über drei Prozent im Plus. Konkurrent Intel notiert ebenfalls im Plus.

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